Die Stadt Wien hat wieder ihr Winterpaket gestartet: Bis Ende April gibt es zusätzliche Notquartiere und Wärmestuben, damit Wohnungslose bei eisigen Temperaturen nicht draußen schlafen müssen.
Die Nächte werden frostiger, und für Menschen ohne Dach über dem Kopf kann das lebensgefährlich werden. Seit 28. Oktober läuft deshalb wieder das Winterpaket des Fonds Soziales Wien (FSW). Bis Ende April haben die Notquartiere durchgehend geöffnet, auch untertags.
„Niemand soll bei lebensgefährlichen Temperaturen in unserer Stadt auf der Straße schlafen müssen und damit sein Leben riskieren“, sagt Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei so ein Angebot keine Selbstverständlichkeit.
Insgesamt stehen über die Wintermonate in zehn Notquartieren rund 1000 zusätzliche Plätze für Einzelpersonen und Paare bereit, dazu gibt es Raum für 38 Familien. Die Häuser bieten auch ein kostenloses Frühstück an. Und wer tagsüber einen warmen Ort sucht, findet ihn in drei Wärmestuben, wo es auch ein Mittagessen gibt.
Auch der Koaltionspartner betont die Wichtigkeit des Pakets: „Niemand soll in einer kalten Winternacht ohne Schutz bleiben, weil ein Platz fehlt“, sagt Arabel Bernecker-Thiel, Sozialsprecherin der NEOS
Kältewellen brachten System an Grenzen
Im vergangenen Winter nutzten rund 2900 Menschen das Angebot. „Große Herausforderung waren im letzten Winter anhaltende Kälteperioden, in denen wir rasch mit Aufstockungen reagiert haben“, erklärt FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler. Heuer ist man vorbereitet: Das neue Notquartier in der Siemensstraße in Floridsdorf bietet zum Start 180 Plätze und hält rund 60 weitere in Reserve. Bei Eiseskälte oder Auslastungsspitzen kann dort schnell erweitert werden.
Immer mehr Frauen betroffen
In den letzten fünf Jahren ist der Frauenanteil unter den Nutzern auf rund ein Sechstel gestiegen. Daher sind heuer 160 Schlafplätze nur für Frauen reserviert. Ein Teil davon liegt im Notquartier in der Gänsbachsgasse, das ausschließlich Frauen offensteht. Die übrigen sind eigene, abgetrennte Frauenbereichen in anderen Häusern.
Hinweis per App
Auch die Wiener können helfen: Über die kostenlose FSW KälteApp kann jeder die Straßensozialarbeit über Obdachlose im öffentlichen Raum informieren. „Unsere Teams sind täglich im Einsatz. So können wir gemeinsam Leben retten“, appelliert Roland Haller, Geschäftsführer von FSW Obdach.
Umgesetzt wird das Winterpaket gemeinsam mit Arbeiter-Samariterbund, Caritas, Johanniter, Volkshilfe und Rotem Kreuz. Ganzjährig finanziert der FSW rund 4630 Plätze für wohnungs- und obdachlose Menschen. 2025 nutzten 13.260 Personen die Angebote. Die Stadt gab dafür rund 166 Millionen Euro aus.
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