Neuhofen an der Krems (Bezirk Linz-Land) ist Schauplatz einer Posse rund um Schaukeln und Rutschen, die ein FP-Politiker ohne Genehmigung baute. Er ist sich seines Fehler bewusst, nimmt auch die Konsequenzen in Kauf. Allerdings dürfte es sich in der Causa auch um ein Politikum handeln.
Erst bauen, dann widmen? „Als Politiker habe ich gewusst, dass das nicht richtig ist. Mir sind auch die Konsequenzen bewusst. Dennoch ist es nicht einfach, ein fix fertig getaktetes Projekt, bei dem die Öffentlichkeit hinter dir steht, abzubrechen“, knirscht Jürgen Lederhilger (FP) mit den Zähnen.
Zick-Zack-Kurs der ÖVP?
Er rechnet, dass er den erst kürzlich errichteten Spielplatz auf dem Areal seines Brandleitnerguts mit Erdbeerfeld, Hofladen und Veranstaltungssaal wieder rückbauen muss. „Das Land wird wohl dem von der Gemeinde eingeleiteten Verfahren für die Umwidmung nicht zustimmen. Ich habe das Risiko in Kauf genommen, 100.000 Euro investiert und werde nach dem Rückbau wieder um eine Bewilligung ansuchen. Selbstverständlich werde ich auch wieder um Förderungen aus dem LEADER-Top ansuchen“, denkt Lederhilger trotz des Flops nicht ans Aufgeben. Er erklärt, warum: „Ich habe eigentlich zeitgerecht um eine Umwidmung angesucht und mir gedacht, dass niemand gegen einen Spielplatz sein kann. Leider hat die ÖVP zunächst ablehnend reagiert, weshalb ich nicht länger warten konnte und wollte“, ärgert sich Lederhilger.
Nach Fertigstellung des Spielplatzes wurde der Antrag auf Umwidmung im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, mit Stimmen der ÖVP. „Ein Spielplatz ist sinnvoll, der Ablauf war es nicht“, erklärt VP-Fraktionsobmann Michael Reisenauer.
Grüne wollen keinen Präzendenzfall
Gegen die Umwidmung stimmten die Grünen. „Wir sind nicht gegen den Spielplatz. Aber wir wollen klar signalisieren, dass wir gegen nachträgliche Widmungen sind, die Tür und Tor für illegale Bauten eröffnen“, warnt Gemeinderätin Karin Chalupar. Ex-Bürgermeister und SP-Gemeindevorstand Günter Engertsberger spricht zwar von einem „fahlen Beigeschmack“, befürwortet aber das Projekt: „Der Spielplatz wird der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.“
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