Abschied in Würde und gut umsorgt – das wünschen sich die meisten Landsleute, doch nur jedem Vierten ist so ein „schönes“ Sterben auch vergönnt. Die meisten Menschen sterben heutzutage im Krankenhaus oder in einem Alten- und Pflegeheim.
Keiner ist nicht betroffen. Doch der Tod ist ein Tabu, das meist nur rund um Allerheiligen gebrochen wird. Zwei von drei Oberösterreichern möchten daheim in den eigenen vier Wänden und im Kreis ihrer Familie sterben. Ein frommer Wunsch, der tatsächlich nur für 25 Prozent in Erfüllung geht. Die meisten Menschen sterben heutzutage im Krankenhaus oder in einem Alten- und Pflegeheim.
„Teamwork“ nötig
Für einen geglückten letzten Weg ist „Teamwork“ nötig, sagt der Hospizverband OÖ: Eine wichtige Voraussetzung ist, sich frühzeitig und in Ruhe innerhalb der Familie mit dem Lebensende auseinanderzusetzen: Welche Wünsche hat der Betroffene? Was können Angehörige leisten? Wie lässt sich die Betreuung organisieren? Wer entscheidet, wenn der Sterbende das nicht mehr kann?
Der Anteil jener, die ihre letzten Tage und Stunden zu Hause verbringen, könnte deutlich höher sein.
Christina Grebe, Hospizverband OÖ
Land OÖ baut Versorgung aus
„Der Anteil jener, die ihre letzten Tage und Stunden zu Hause verbringen, könnte jedoch deutlich höher sein“, sagt Christina Grebe, Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz Oberösterreich. Der Verband bietet neben Online-Tipps auch „Letzte-Hilfe“-Kurse an. In Oberösterreich stehen aktuell 32 stationäre Hospizplätze und 24 Tageshospizplätze in Linz, Ried, Vöcklabruck und Steyr zur Verfügung. Der nächste Ausbau folgt im ersten Halbjahr 2027: In Thalheim bei Wels entstehen acht stationäre Hospizplätze und sechs Tageshospizplätze, so LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.
Die letzten Meter des Lebenswegs können ganz schön mühsam sein. Ich denke oft an den Sager eines Arztes, der meinte: „Sterben kann lange dauern.“ Er ist in der Geriatrie tätig, hat oft erlebt, wie schwerst demente, aber organisch noch fitte Menschen hilflos dem Jenseits entgegendämmern.
Das Land bietet mit der Hospizversorgung vor allem Krebskranken die Chance auf einen würdigen Abschied und entlastet dabei auch die Familien. Schwer haben’s hingegen Alleinstehende und alle jene, die weder Verwandte noch Kinder haben. Für sie ist der letzte Weg oft ein einsamer.
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