Rund 125 Euro haben die Gunskirchner Eltern in den letzten zwei Jahren zu viel fürs Mittagessen ihrer Kinder in der Schule oder Kindergarten bezahlt. Am Gemeindeamt dürfte sich bei der Protokollerstellung der Fehlerteufel eingeschlichen haben. Nun gibt es eine Debatte über die Rückzahlung der zu hoch eingehobenen Gebühren.
Über diesen Patzer wird in Gunskirchen wohl noch lange diskutiert werden. Vor zwei Jahren beschloss der Gemeinderat einstimmig neue Tarife für die Schülerausspeisung. Verrechnet wurde den Eltern in den vergangenen 24 Monaten aber ein um rund zehn Prozent höherer Betrag. Aufgeflogen ist die Ungereimtheit aber erst vor wenigen Wochen.
Komplizierte Situation
„Wir haben sofort das Land eingeschaltet. Kommende Woche werden wir beraten, wie es weitergeht. Auf der einen Seite haben wir einen Gemeinderatsbeschluss, der nicht umgesetzt wurde. Auf der anderen Seite eine unterschriebene Vereinbarung mit den Eltern und dem irrtümlich angeführten falschen Betrag. Es ist kompliziert“, meint VP-Bürgermeister Christian Schöffmann.
Mehrere Amtsvorträge
Der Ortschef glaubt auch zu wissen, wie der Fehler zustande kam: „Bei der Protokollerstellung hat der mittlerweile pensionierte Leiter der Finanzabteilung den falschen Amtsvortrag herangezogen.“ Dem Gemeinderatsbeschluss ging nämlich eine längere politische Debatte über die Gebührenerhöhung voraus. Dementsprechend lagen mehrere Amtsvorträge vor.
Fehler können passieren, aber es hat niemand etwas davon, wenn die Verantwortung dafür lange hin und her geschoben wird.
Vizebürgermeister Christian Renner, SPÖ
„Es waren letztendlich die Beträge, die die VP vorgeschlagen hat, bevor sie unserem Antrag zugestimmt hat“, meint SP-Vizebürgermeister Christian Renner. Er will aber weder dem Beamten noch der ÖVP eine böse Absicht unterstellen. „Fehler können passieren, aber es hat niemand etwas davon, wenn die Verantwortung dafür lange hin und her geschoben wird. Wichtig wäre jetzt, die zu hoch verrechneten Gebühren rasch an die Betroffenen rückzuerstatten.“
Er schätzt die Summe der falsch eingehobenen Tarife auf 30.000 Euro. Statt 3,30 Euro wurden den Kindergartenkindern 3,63 Euro pro Mittagessen und Schülern 4,40 statt 4,07 Euro verrechnet. „Damit zahlten Eltern in den vergangenen beiden Jahren etwa 125 Euro pro Kind zu viel“, so Renner.
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