Oberösterreich verzeichnete im heurigen Sommer einen starken Zuwachs an Nächtigungen. Das liegt ausschließlich an ausländischen Gästen, denn einheimische Touristen stagnieren. Vor allem Tschechen und Polen reisen vermehrt nach Oberösterreich – und Briten fliegen wortwörtlich auf das Land ob der Enns.
Oberösterreich zählte in der bisherigen Sommersaison von Mai bis September 5,2 Millionen Nächtigungen – um fast vier Prozent mehr als im Vorjahr, wie neue Zahlen der Statistik Austria zeigen.
Das Plus verdanken die Touristiker ausschließlich ausländischen Gästen. Denn während die Nächtigungen von einheimischen Besuchern stagnieren, stiegen jene von Urlaubern aus aller Welt um knapp acht Prozent. Für Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des OÖ Tourismus, ist das keine Überraschung: „Wir haben einen sehr hohen Anteil an Nächtigungen von inländischen Gästen, da ist eine gewisse Sättigung da.“
Wir haben einen sehr hohen Anteil an Nächtigungen von inländischen Gästen, da ist eine gewisse Sättigung da.

Andreas Winkelhofer, Chef des OÖ Tourismus
Bild: WOLM ANTJE
Wirtschaftswachstum und Tourismusstrategie als Faktoren
Das größte Wachstum gibt es laut Winkelhofer bei Besuchern aus Tschechien (+27%) und Polen (+24%). Damit scheint die oberösterreichische Tourismusstrategie zu fruchten, denn Tschechien ist darin explizit als Kernmarkt definiert, und in Polen läuft im heurigen Sommer eine TV-Werbekampagne für Oberösterreichs Seen und Berge. Begünstigt wird das Gäste-Plus aber sicher auch vom vergleichsweise guten Wirtschaftswachstum in Tschechien und Polen, das vielen das Urlauben ermöglicht.
Mit einem Plus von 18 Prozent folgen Touristen aus Großbritannien – das liegt vor allem an der Flugstrecke Linz-London. Ansonsten kommen aber nur die wenigsten Urlauber per Flugzeug nach Oberösterreich. 80 Prozent der Touristen reisen mit dem Auto an, 13 Prozent per Zug.
Hotelier: „Brauchen den zusätzlichen Umsatz“
Der Anstieg an Nächtigungen freut auch die Hotel-Branche: „Wir brauchen diesen zusätzlichen Umsatz aber auch unbedingt, weil wir steigende Kosten haben und die nicht immer eins zu eins an unsere Kunden weitergeben können“, sagt Michael Nell, Obmann der Hoteliers in Oberösterreich.
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