Im obersteirischen Oberzeiring darf das Trinkwasser seit zwei Wochen nicht getrunken werden. Betroffene ärgern sich über spärliche Informationen und hohe Kosten. Die Kommune steht mit ihrem Problem nicht alleine da.
„Ich würde mir wünschen, dass von der Gemeinde Wasser geliefert wird. Die Gebühr ist immerhin hoch“, sagt eine Anrainerin aus Oberzeiring (Bezirk Murtal) zur „Krone“. Laut der Dame schmeckt das Wasser aus der Leitung „schon seit Monaten grauslich“. Ein paar Familienmitglieder hätten bereits im Sommer Durchfall bekommen. Die offizielle Information, dass das Trinkwasser aus dem örtlichen Netz tatsächlich verunreinigt ist, ging vor zwei Wochen raus. Eine Routineuntersuchung hat das laut Gemeinde ergeben; wir berichteten.
Kritik: Hohe Kosten, wenig Hilfe
Seither warten die Bewohner auf Entwarnung. „Du musst das Wasser für jeden Bedarf immer zuerst drei Minuten abkochen. Das ist sehr aufwendig“, sagt die Anrainerin weiter. Auch Michael Huber, Leiter des ansässigen Seniorenheims, meint: „Wir müssen jeden Tag genügend Trinkwasser für unsere Bewohner kaufen.“ Das sei inzwischen auch ein hoher Kostenfaktor. „Wir sprechen von bis zu 100 Euro täglich.“ Noch wisse er nicht, ob er diese Ausgaben auch refundiert bekommt.
Es ist sehr stressig. Auch die Kosten steigen immer mehr.

Michael Huber, Seniorenheim Oberzeiring
Bild: Privat zVg
„Spärliche Informationen“ von der Gemeinde
Was er und die Anrainerin kritisieren, sind „spärliche Informationen“ seitens der Gemeinde. Auch der Landtagsabgeordnete Robert Reif (Neos), der vor Ort wohnt und im Gemeinderat sitzt, kritisiert, dass die Bürger „zu wenig informiert“ werden. Er hat selbst Einsicht in den Untersuchungsbericht vom 19. Oktober genommen. „Dort steht, dass erhöhte Keimwerte festgestellt wurden.“ Unter anderem wurden E-coli-Bakterien nachgewiesen. „Diese Information haben wir nie von der Gemeindespitze erhalten“, meint die Anrainerin sauer.
Ich finde, die Bürger gehören mehr informiert.

Robert Reif, Neos-Politiker und Betroffener
Bild: Christian Jauschowetz
Ursache noch nicht klar
„Die genaue Ursache für die Verschmutzung ist schwer zu sagen“, sagt Bürgermeister Ewald Haingartner (ÖVP) auf „Krone“-Anfrage. Er bestätigt, dass derzeit die Hochbehälter und alle Hauptwasserleitungen gespült, also gereinigt, werden. Am Montag sollen Wasserproben entnommen werden. Haingarnter hofft, dass „so schnell wie möglich“ wieder alles läuft.
Wasser beschert vielerorts Probleme
Die Anrainerin meint, dass es sich um kein neues Dilemma handeln könne. „Wir haben seit Monaten das Thema, dass wir angehalten sind, Wasser zu sparen.“ Die Gemeinde ist damit nicht alleine. Auch Schöder und Edelschrott sorgten unlängst aufgrund von Wasserknappheit für Schlagzeilen.
Dem Land sind die genannten Fälle bekannt. „Die Erschließung neuer Quellen liegt in der Zuständigkeit von Gemeinden“, heißt es aus dem Büro von Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP). Und: „Wir investieren bis zum Jahr 2050 in der Steiermark 150 Millionen Euro in den Ausbau des Wassernetzwerks.“ Bleibt zu hoffen, dass das die Trinkwasserversorgung nachhaltig gewähren kann.
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