Stau und Blockabfertigung an der Grenze zu Deutschland sind in Kufstein nichts Neues und auch keine Seltenheit. Claus Meinert, Chefredakteur der Tiroler „Krone“, nimmt die Thematik in seinem Kommentar unter die Lupe.
Angesagte Revolutionen finden in der Regel nicht statt, da sie, wenn angekündigt, oft schon gescheitert sind. Der für gestern Dienstag befürchtete Lkw-Megastau bei Kufstein weit zurück auf die bayerischen Autobahnen hingegen trat ein wie das Amen im Gebet. Was wenig wunderlich ist, galt doch satte 63 Stunden ein Lkw-Fahrverbot durch Tirol, konkret von Samstag, 15 Uhr, bis Dienstag, 6 Uhr in der Früh. Aber auch ab diesem Zeitpunkt ging (fast) nichts. Die Blockabfertigung bei Kufstein, die besagt, dass pro Stunde nur 250 Lkw „einreisen“ dürfen, sorgte für eine 50 Kilometer lange Lkw-Schlange von der Grenze Kufstein bis zum bayerischen Irschenberg.
Freilich freut diese Lkw-Dosierung jene Pendler, die vom Unterland bis nach Innsbruck oder weiter müssen. Das ist nachvollziehbar. Die vielen Lkw-Fahrer, die meist ausgebeutet werden und ihren Job nicht ausüben können, können einem aber auch leidtun.
Es sollte niemand überrascht sein, sollte der bayerischen Politik ob dieser Tiroler Maßnahmen demnächst der Kragen platzen. Denn diese tragen zu keinerlei Lösung des Verkehrsproblems bei, sondern sind vielmehr nur eine Verlagerung quasi in „Nachbars Garten“. Aber vielleicht ziert man sich ja deshalb auf deutscher Seite mit dem Nordzulauf zum Brennerbasistunnel so. Da geht ähnlich wenig weiter als gestern für die Lkw auf bayerischer Seite. Übrigens: Für heuer sind noch fünf derartige Lkw-Dosierungen bei Kufstein geplant – Staus somit garantiert.
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