Do, 16. August 2018

Schwedenstahl voraus

17.01.2015 10:50

Volvo XC90 in Wien: Thors Hammer und so

Volvo will künftig massiv auftreten und schwingt buchstäblich Thors Hammer. Erster Vertreter, der sich auf den germanischen Donnergott beruft, ist der Volvo XC90. Der ist allerdings zwar groß und mächtig, aber sehr diffizil gezeichnet, weder Hammer noch Amboss, sondern eher feine Klinge. Den Schwedenstahl trägt er trotzdem voraus – auch bei seiner Österreich-Premiere in Wien.

Die findet allerdings nicht auf der Vienna Autoshow statt (die Volvo schwänzt), sondern im eigens errichteten "Dome of Design" vor dem Museumsquartier. Am Samstag ist der neue große Schwede zwischen 10.00 du 18.00 Uhr öffentlich zugänglich.

Er ist der Nachfolger eines wahrlich "alten Schweden", denn der bisherige XC90 war immerhin 13 Jahre im Handel, was zum einen Solidität ausdrückt, aber auch auf die Krise bei den Schweden verweist. Doch die scheint überwunden, nicht zuletzt durch eine Durch-und-durch-Besinnung, die letztlich zu sehr effizientem Denken führt. Daher wird es nur mehr Vierzylinder-Motoren geben, die mit ihren technischen Eigenschaften den Gedanken an Fünf- und Sechszylinder gar nicht erst aufkommen lassen sollen. 225 Diesel-PS, ein Benziner mit 320 PS und ein Hybrid, der dem Benziner einen 80-PS-Elektromotor zur Seite stellt, werden allemal für standesgemäßen Vortrieb sorgen.

All das kann man natürlich im Volvo-Dome noch nicht ausprobieren, wohl aber sich intensiv mit dem Fahrzeug vertraut machen. Das Design soll Wucht ausstrahlen, sagt der für das Außendesign verantwortliche Steirer Max Missoni in blütenreinem Hochdeutsch, bis 2012 zehn Jahre lang in Diensten des Volkswagenkonzerns. Doch auch die Dynamik kommt nicht zu kurz. Hinter einem Audi Q7 braucht sich das schwedische Flaggschiff jedenfalls nicht verstecken. Das auffälligste Detail sind die Scheinwerfer mit dem LED-Tagfahrlicht, das in Hammerform gestaltet ist und an Thors Hammer erinnern soll, dessen Namen es auch trägt. Weitere Einzelheit mit Symbolkraft ist das Volvo-Logo auf dem "Wasserfall-Kühlergrill", das für Schwedenstahl steht. Der nach rechts oben zeigende Pfeil (drückt natürlich auch Männlichkeit aus) verläuft nun parallel zu den diagonalen Linie.

Sehr stylisch, aber doch wohnlich ist der Innenraum geraten und damit sehr gelungen. Vom etwas verspielten Drehknopf für den Motorstart über die Fahrmoduswahlwalze im Hammerschlagdesign bis zum riesigen Touchscreen – das Auge fühlt sich wohl. Das Display ist übrigens auch der Clou in Sachen Bedienung. Trotz unzähligen Funktionen kommt der Volvo XC90 mit acht Knöpfen aus, alles andere wird über den Touchscreen gesteuert. Das ist prinzipiell nicht jedermanns Sache, doch der erste Eindruck den ich vor Ort gewinnen konnte, lässt mich meine prinzipielle Skepsis gegenüber auf Touchscreens beschränkte Bedienung überdenken. Ich bin gespannt, wie sich das im Fahrbetrieb verhält, aber im Stand wirkt das auf mich so gelungen wie bei keinem anderen Hersteller.

Der Volvo XC90 wird als Fünf- und Siebensitzer angeboten, wobei der Fünfsitzer auf die Verschiebbarkeit der hinteren Einzelsitze verzichten muss. Dank jener kann man es als Erwachsener sogar in der dritten Reihe aushalten, zwar nicht für eine Reise von Wien nach Göteborg, aber für kurze Strecken ohne Probleme. In Reihe eins sitzt man hervorragend (auch wenn man dem Beifahrersitz im Ausstellungsstück anmerkt, dass er noch nicht serienreif ist). In Reihe zwei hat man die Einzelsitze so ausgeformt, dass man zu dritt Platz hat. Dadurch leidet der Sitzkomfort auf den äußeren Plätzen etwas, weil die Mitfahrer etwas an den Rand gedrängt werden.

Für Volvo ist der XC90 nicht einfach nur ein Auto, sondern ein Neubeginn. "Wir präsentieren auch die neue Marke Volvo und ihren neuen Markenauftritt, einerseits selbstbewusst, andererseits mit dem typisch skandinavischen Understatement", sagt die schwedische Geschäftsführerin von Volvo Car Austria. Bei allem Understatement und schwedischer Zurückhaltung: Von "Thors Hämmerchen" spricht sie nicht.

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