Nach zwei Lawinentoten am Mittwoch warnt auch das Land Tirol und appelliert an alle Alpinisten, auf gesicherten Pisten zu bleiben. Die Lawinengefahrenstufe ist groß, weiterer Neuschnee und Wind verschärfen die Lage zudem enorm.
Der Aschermittwoch wird vielen Bergrettern in Tirol wohl noch länger in negativer Erinnerung bleiben. Insgesamt wurden bis zum Nachmittag rund 30 Lawinen gemeldet, zwei Personen – wie ausführlich berichtet – kamen dabei ums Leben.
Sowohl am Mittwoch, als auch am heutigen Donnerstag liegt die Lawinengefahrenstufe bei 4 (von 5) und damit groß. Dies gilt für weite Teile Tirols, oberhalb der Waldgrenze. Das Land Tirol appelliert daher an alle Wintersportler, sich der Gefahr bewusst zu machen: „ Die Kombination aus Neuschnee, starkem Wind und einer sehr schwachen Altschneedecke führt zu einer sehr gefährlichen Lage im freien Gelände. Unser eindringlicher Appell lautet: Auf den gesicherten Pisten bleiben und auf Touren im alpinen Gelände vorerst verzichten – zur eigenen und der Sicherheit aller“, betont LR Astrid Mair.
Schneedecke bis über Wochenende störanfällig
Von Donnerstag bis Freitagfrüh werden verbreitet weitere 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee erwartet, lokal sogar mehr. Durch den teils starken Wind entstehen umfangreiche Triebschneeansammlungen, die sich auf der sehr schwachen Altschneedecke ablagern.
Kein Gipfel und keine Abfahrt ist es wert, das eigene Leben zu riskieren.

LR Astrid Mair
Bild: Christof Birbaumer
Diese Konstellation führt dazu, dass Lawinen sehr leicht ausgelöst werden können. „Besonders während der intensiven Niederschläge ist mit spontanen Lawinenabgängen zu rechnen. Typische Gefahrenzeichen wie ‘Wumm‘-Geräusche und Rissbildungen sind klare Alarmsignale“, sagt Matthias Walcher vom Lawinenwarndienst des Landes. Auch Fernauslösungen sind verbreitet möglich.
Am Mittwoch alleine wurden bei der Leitstelle Tirol 33 Lawinenabgänge gemeldet. Mair appelliert, ausgesprochenen Warnungen ernst zu nehmen: „Kein Gipfel und keine Abfahrt ist es wert, das eigene Leben zu riskieren.“
Negativlawinen melden
Um unnotwendige Sucheinsätze zu vermeiden, ist es wichtig, auch Negativlawinen zu melden. Das heißt: Wer Negativlawinen – also einen Lawinenabgang bei dem niemand zu Schaden kommt – beobachtet, sollte diese unbedingt unverzüglich der Leitstelle Tirol melden. Die Meldung von Negativlawinen ist telefonisch über den Notruf 144, den Alpinnotruf 140 oder über die SOS-EU-Alp-App möglich.