UNO-Generalsekretär António Guterres hat vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz gewarnt und einen Einsatz der Technologie zum Nutzen der Allgemeinheit verlangt. „Die Zukunft der KI kann nicht von einer Handvoll von Ländern entschieden werden – oder den Launen einiger weniger Milliardäre überlassen werden“, sagte Guterres am Donnerstag bei einem KI-Gipfel in Indien.
Wenn nicht die richtigen Maßnahmen ergriffen würden, könne die KI „Ungleichheiten vertiefen, Vorurteile verstärken und Schaden anrichten“. Richtig eingesetzt könne die Künstliche Intelligenz hingegen „Durchbrüche in der Medizin beschleunigen, Lernmöglichkeiten erweitern, die Ernährungssicherheit stärken, Klimaschutzmaßnahmen und Katastrophenvorsorge unterstützen und den Zugang zu grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen verbessern“, betonte der UNO-Generalsekretär.
Guterres forderte globale Maßnahmen, um eine wirksame Aufsicht und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten. Zudem rief er die großen Technologiekonzerne auf, einen globalen Fonds in der Höhe von drei Milliarden Dollar (rund 2,53 Milliarden Euro) zu unterstützen, der einen offenen Zugang zu Künstlicher Intelligenz für alle gewährleisten soll.
An dem Gipfel in Neu-Delhi nehmen neben mehreren Staats- und Regierungschefs auch die Chefs großer Technologiekonzerne teil, unter ihnen Sam Altman von OpenAI und Sundar Pichai von Google.
OpenAI-Chef fordert dringend Regulierung
Vor dem Hintergrund von Warnungen vor einer sogenannten Super-KI, die für die Menschheit zur Gefahr werden könnte, regte Altman die Bildung einer weltweiten Aufsichtsbehörde nach dem Vorbild der Atomenergiebehörde IAEA an. Es sei offensichtlich, dass man dringend Regeln und Sicherheitsmaßnahmen brauche, sagte er.
„Wenn wir mit unserer Einschätzung richtig liegen, könnte Ende 2028 ein größerer Teil der intellektuellen Kapazität der Welt innerhalb von Rechenzentren liegen als außerhalb.“
Altman wies auf weitere Gefahren und Ungewissheiten hin: eine mögliche Super-KI in den Händen von Diktatoren, ein Missbrauch als Biowaffe mit der Schaffung ganz neuer Krankheitserreger oder neue Arten von Kriegen. Es müsse eine gesamtgesellschaftliche Debatte geben, „bevor wir alle überrascht werden“.
Bill Gates sagt Rede ab
Seinen Auftritt am KI-Gipfel abgesagt hat nach jüngsten Veröffentlichungen von Akten im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein indes Microsoft-Mitgründer Bill Gates. Nach sorgfältiger Überlegung und um sicherzustellen, dass der Fokus auf den zentralen Prioritäten des Gipfels läge, werde Gates bei dem Treffen seine Keynote-Rede nicht halten, hieß es von der Gates Foundation in Indien auf X.
Genaue Gründe nannte die Stiftung auch auf Anfrage zunächst nicht. Die Gates Foundation werde durch den Präsidenten der Büros in Afrika und Indien, Ankur Vora, vertreten. Medienberichten nach hatte die Rede von Gates am Donnerstag auf dem Programm gestanden.
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