Im Wienerwald geschehen manchmal kleine Wunder – denn ein gestohlenes Gemälde fand nach zwölf (!) Jahren an seinen angestammten Platz im Stift Heiligenkreuz zurück.
Es ist ein kleines Kunstwunder geschehen“, freuen sich die Zisterziensermönche von Stift Heiligenkreuz. Denn nach zwölf langen Jahren kehrt ein vertrautes Gesicht in den Leopoldisaal des Klostergasthofes zurück: das Porträt von Kaiser Joseph II. (1741-1790). Es war 2014, als das Gemälde am helllichten Tag spurlos verschwand. Wie der Diebstahl geschehen konnte, ohne dass jemand etwas bemerkte, ist den Brüdern bis heute ein Rätsel. Zurück blieb eine Lücke – und die Hoffnung, den historischen Schatz vielleicht doch eines Tages wiederzusehen.
Gestohlenes Werk bei Auktion entdeckt
Dann kam jener erlösende Anruf, mit dem längst niemand mehr gerechnet hatte. Die Kriminalpolizei meldete sich: Das Gemälde ist wieder aufgetaucht! Eine Beamtin hatte das dereinst gestohlene Porträt bei einer Auktion entdeckt. Ihr kriminalistischer Spürsinn ließ sie den Zusammenhang mit dem alten Diebstahl erkennen. Der Kunstschatz wurde beschlagnahmt und kehrte an den Platz zurück, an dem er vermutlich Jahrhunderte gehangen war.
Jetzt standen die Ermittler schließlich nicht mehr mit Fragen, sondern klopften mit einer kostbaren Fracht an die Pforte – jener Polizist, der damals die Anzeige aufgenommen hatte, übergab das Bild.
Der Kaiser ist zurück
Abteidirektor Josef Glanz trug den wiedergefundenen Kaiser, flankiert von den erfolgreiche Ermittlern, voller Freude zurück an seinen angestammten Platz. Fast hatte die Szene etwas von einer kleinen Prozession. Nun darf Joseph II. wieder dort auf die Besucher blicken, wo er einst hingehörte. Für die Mönche ist es mehr als die Rückkehr eines Kunstwerks: Ein Stück Klostergeschichte ist heimgekehrt. Ihr Dank gilt der Polizei, die dem verschollenen Kaiser nach all den Jahren auf Gottes verschlungenen Wegen im Stift zurück geleitet hat.
Und eines versprechen die Heiligenkreuzer mit einem Augenzwinkern: Auf ihren Kaiser werden sie künftig ganz besonders gut aufpassen. Inzwischen ist die irdische Gerechtigkeit in die Gänge gekommen – nach dem Täter wird gesucht.
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