Mo, 25. Juni 2018

Humor nach Terror

14.01.2015 19:23

Neues "Charlie Hebdo": Gespottet wird über alles

Seit Mittwoch weiß die Welt, worüber die verbliebene Redaktion des Pariser Satireblatts "Charlie Hebdo" in ihrer ersten Ausgabe seit dem barbarischen Terror vor genau einer Woche witzelt. Eines ist klar: Von Einschüchterung nach dem Anschlag mit zwölf Toten kann keine Rede sein. Auch den militanten Islamismus, dem in der Vorwoche so viele ihrer Kollegen zum Opfer gefallen sind, nehmen die Satiriker einmal mehr aufs Korn.

Eine Karitakatur zeigt einen "Charlie Hebdo"-Zeichner am Schreibtisch. "Das sind 25 Jahre Arbeit", steht daneben. Darunter ist der Satz zu lesen: "Terrorist, das sind 25 Sekunden Arbeit."

Attentäter auf der Suche nach Jungfrauen
"Bah, wo sind sie jetzt, die 70 Jungfrauen", fragen sich zwei vermummte Attentäter in einem anderen Cartoon. Die Antwort kommt von zwei Figuren auf einer Wolke: "Bei der Mannschaft von Charlie, ihr Flaschen."

Auch in den Karikaturen, die sich nicht direkt mit dem Islamismus beschäftigen, regiert der schwarze Humor. In einer Zeichnung wird der Tod als Skelett dargestellt. Er hält eine "Charlie Hebdo"-Ausgabe in der Hand und sagt: "Das abonniere ich."

Merkels Sparpolitik "ein Blitzkrieg"
Weltpolitisch beschäftigt sich die neue Ausgabe unter anderem mit der Sparpolitik in der EU. Frankreichs Präsident Francois Hollande und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel stehen mit besorgten Blicken nebeneinander, darunter der Kommentar "Das ist ein Blitzkrieg!" - ein eindeutiger Seitenhieb auf die Rügen, die Berlin den Budgetsündern der Union regelmäßig erteilt.

Bei den Leser kommt das sensationell an, die erste Ausgabe nach dem Terror-Drama wurde den Zeitungsverkäufern in Frankreich - trotz Rekordauflage - richtiggehend aus den Händen gerissen. Innerhalb weniger Minuten war das Blatt vielerorts vergriffen, im ganzen Land bildeten sich Schlagen vor den Verkaufsständen.

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