Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, benötigen in akuten Situationen rasch Schutz und Unterstützung. Die NEOS sehen im steirischen Pilotprojekt „Check-in“ eine mögliche Ergänzung zum bestehenden Gewaltschutzsystem und wollen das Modell auch nach Tirol holen.
Es eskaliert und plötzlich erhebt er die Hand. Eine Situation, die für viele Frauen in Tirol Realität ist. Doch was tun, wenn das eigene Zuhause nicht mehr sicher ist? Zur Familie, zu Bekannten oder ins Frauenhaus gehen?
Frauen, die von Gewalt bedroht sind, können nicht warten.

Birgit Obermüller, Neos-Klubobfrau
Bild: Christof Birbaumer
Rasch und niederschwellig Schutz zu bieten, ist das Ziel des Pilotprojektes „Check-in“, das seit September in der Steiermark läuft. Auch in Tirol wird über zusätzliche Möglichkeiten im Gewaltschutz diskutiert. „Alle Maßnahmen, die zu Gewaltschutz beitragen, sind begrüßenswert“, sagt Julia Schratz, GF der Beratungsstelle Lilawohnt.
Wir haben einen absoluten Aufholbedarf im Bereich Notaufnahmen, Regionalisierung und Finanzierung.

Julia Schratz, GF der Beratungsstelle Lilawohnt
Bild: Christof Birbaumer
Steiermark machts vor, Tirol vielleicht nach?
Wie die „Steirerkrone“ zuerst berichtete, können sich Betroffene im Rahmen des Projektes „Check-in“ über die Webseite www.beziehungs-check.at vollkommen anonym beraten lassen. Im Notfall gibt es die Option, kurzfristig, kostenlos und anonym in einem Hotel „einzuchecken“. Dort können Betroffene zur Ruhe kommen und ihre weiteren Schritte planen.
NEOS-Antrag muss warten, Regierung prüft vorerst
Auch in Tirol soll dieses Angebot geprüft werden, fordert NEOS-Klubobfrau Birgit Obermüller: „Frauen, die von Gewalt bedroht sind, können nicht warten.“ Der Antrag der NEOS soll nun in den Ausschussverhandlungen behandelt werden. Die Landesregierung will zunächst wichtige Eckpunkte prüfen und verweist auf den Ausbau der Schutzplätze: „Statt 113 im Jahr 2022 stehen bis 2026 landesweit 202 Plätze zur Verfügung“, heißt es aus dem Büro von LR Eva Pawlata (SPÖ).
Schratz sieht dennoch Handlungsbedarf: „Wir haben einen absoluten Aufholbedarf im Bereich Notaufnahmen, Regionalisierung und Finanzierung.“ In Innsbruck ist über einen Fond bereits eine Hotelunterbringung möglich, allerdings nur in der Stadt.
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