Eine neue Software soll in Krisenfällen Oberösterreichs Feuerwehr, Polizei, Rettung und Behörden künftig in Echtzeit vernetzen. Auch die Bürger sollen online live mitverfolgen können, was passiert. Die „Krone“ kennt die Details.
Wenn der Sturm Dächer abdeckt, Keller volllaufen oder Straßen unter Wasser stehen, müssen Feuerwehr, Rettung, Polizei und Behörden rasch an einem Strang ziehen. Gerade bei großen Katastrophen ist es entscheidend, dass alle Beteiligten möglichst schnell dieselben Informationen erhalten. Oberösterreich will dafür nun eine neue digitale Grundlage schaffen. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) betont: „Im Ernstfall zählt jede Minute. Sicherheit darf keine Frage des Zufalls sein.“
Mit dieser Ausschreibung gehen wir in OÖ einen zukunftsorientierten und beispielgebenden Weg. Damit eröffnen sich neue Chancen.

Robert Mayer, Feuerwehrpräsident
Bild: Kerschbaummayr Werner
Kräfte werden gezielter eingesetzt
Der Startschuss für die Ausschreibung einer neuen Krisenmanagement-Software ist gefallen. Diese soll das mehr als 20 Jahre alte DigiKAT-System ablösen und künftig als gemeinsame Informationsplattform für Einsatzorganisationen, Gemeinden, Bezirkshauptmannschaften und das Land dienen. Informationen vom Einsatzort sollen ohne Umwege bis zum Landeslagezentrum und zum Landeskrisenstab gelangen. So könnten sich die beteiligten Organisationen rascher ein gemeinsames Bild machen, ihre Kräfte gezielter einsetzen und Maßnahmen besser abstimmen.
Wir brauchen in Krisenfällen neben gut ausgebildeten Helfern auch gut funktionierende Informationswege.

Gottfried Hirz, OÖ-Rotkreuz-Präsident
Bild: Kerschbaummayr Werner
Auch Mehrfachmeldungen und doppelte Dateneingaben sollen reduziert werden. Weiters soll das System bei Übungen und der Vorbereitung auf mögliche Katastrophen helfen. In einer späteren Ausbaustufe sollen auch Bürger online aktuelle Lageinformationen abrufen können.
Wenn alle Einsatzorganisationen auf demselben Informationsstand sind, können wir schneller reagieren.

Andreas Pilsl, Landespolizeidirektor
Bild: LPD OÖ/Michael Dittrich
Parallel dazu wurden vor knapp einer Woche rund 100 Millionen Euro für das Landes-Feuerwehrzentrum in St. Marien von der oö. Landesregierung beschlossen.
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