Viele ohne Wasser

Trockenheit sorgt für Stress bei den Brunnenbauern

Oberösterreich
24.10.2026 13:00

Obwohl der Winter vor der Tür steht, sind viele Brunnenbesitzer noch immer ohne Wasser. Um die meist in die Jahre gekommenen Wasserreservoirs zu sanieren, bedarf es der Kunst eines Brunnenbauers. Und die kommen angesichts des Hitzesommers mit der Arbeit kaum hinterher.

„Wir haben schon mehrere Brunnenbauer kontaktiert, wurden aber überall vertröstet“, ist ein Ehepaar aus dem Mühlviertel in Oberösterreich verzweifelt. Ihr Hausbrunnen ist während der Hitzewelle im Sommer trockengefallen, seither werden die Landwirte von der Feuerwehr mit Wasser versorgt.

Wartezeiten von bis zu fünf Monaten
Thomas Forster kennt das Problem. Er ist oö. Berufsgruppensprecher der Brunnenbauer und führt selbst einen Betrieb in St. Florian bei Linz. „Momentan ist die Wartezeit für Kunden zumindest um zwei Monate länger als üblich“, so Forster, der aber auch von Wartezeiten von bis zu fünf Monaten weiß.

Zwar würden die Unternehmer versuchen, Akutfälle vorzuziehen, „doch derzeit sind es so viele, die gar kein Wasser mehr haben“, schildert der Brunnenbaumeister. Betroffen seien vorwiegend Schachtbrunnen, die älter als 50 Jahre sind.

Viele verlassen sich auf Wassersucher
Privatpersonen dürfen auf ihren eigenen Grundstücken für den Haus-, Hof- und Wirtschaftsbereich grundsätzlich überall bohren. Auf der Suche nach dem Wasser setzten viele auf Rutengänger. „Im Privatbereich lassen sich rund 80 Prozent der Kunden von Wassersuchern beraten, bevor sie entscheiden, wo gebohrt werden soll“, so Forster.

Bei der Bohrtiefe seien nach unten kaum Grenzen gesetzt. Die Durchschnittstiefe von Hausbrunnen auf der Traun-Enns-Platte liege bei 80 bis 120 Metern, im Mühlviertel bei 120 bis 200 Metern. Je nach Tiefe müssen Kunden mit Kosten in der Höhe von 12.000 bis 15.000 Euro rechnen, zuzüglich Mehrwertsteuer.

Bohren bis minus 5 Grad möglich
Angesichts des nahenden Winters macht sich bei vielen Betroffenen langsam Panik breit. Grundsätzlich seien Bohrungen zwar auch im Winter möglich, fällt die Temperatur aber unter fünf Grad, nutzt Forster die Zeit für Wartungsarbeiten. Der Brunnenbauer weiß, dass viele der heurigen Anfragen von Kunden kommen, die sich schon während der letzten Trockenheit über eine Sanierung des Brunnens informiert hatten. Bei allem Verständnis für die Situation sagt er aber auch: „Wenn ich in Alleinlage bin, sollte ich rechtzeitig schauen – nicht erst, wenn ich kein Wasser mehr habe.“

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