Seit Freitag arbeiten Frauen in Oberösterreich statistisch gesehen bis zum Jahresende gratis weiter. Denn der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern liegt bei Vollzeitarbeit bei fast einem Fünftel (19,1 Prozent). Das entspricht rechnerisch 70 Tagen – also von Freitag bis Jahresende.
„Equal Pay Day“ wird dieser Tag genannt, ab dem Frauen statistisch gesehen gratis weiterarbeiten. In Oberösterreich fiel er heuer laut Gewerkschaftsbund ÖGB auf den 23. Oktober. Christine Heitzinger, die Landesvorsitzende des ÖGB in Oberösterreich, fordert die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Einkommenstransparenz: „Wer Transparenz fürchtet, hat meistens einen Grund dafür. Faire Löhne und Gehälter brauchen keine Geheimniskrämerei, sondern Offenheit. Nur wer Unterschiede sichtbar macht, kann Ungerechtigkeit beseitigen.“
Die Gewerkschaft rät: Wer vermutet, für gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt zu werden, kann sich jetzt bereits an den Betriebsrat oder direkt die Gewerkschaft wenden. Denn einzelne Informations- und Auskunftsrechte der EU-Richtlinie könnten schon greifen, meint der ÖGB.
Große Unterschiede bei Pensionen
Auch SPÖ-Landeschef Martin Winkler kritisiert die Einkommensungleichheit: „Wir reden ständig darüber, dass sich Leistung wieder lohnen muss. Dann muss das aber auch für die Frauen in unserem Land gelten.“
Die ungleiche Bezahlung während des Erwerbslebens setzt sich auch in der Pension fort. Männer erhielten in Oberösterreich zuletzt durchschnittlich 2641 Euro Rente pro Monat. Bei Frauen waren es nur 1450 Euro – um 45 Prozent weniger.
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