Allerseelen-Serie

Von einem Urlaub kam der Karli nie mehr zurück

Steiermark
31.10.2026 11:00

Anlässlich von Allerheiligen und Allerseelen schauen wir in einer Serie auf den Menschen und was den Verstorbenen ausgemacht hat. Familienvater, Bankdirektor, geschätzter Mitbürger: Der Mautener Karl Hofmann war weit mehr als ein Name auf einer Parte.

Seine Beliebtheit bedurfte keines Gradmessers. Hätte man dennoch einen gesucht, so hätte man ihn am Tag seiner Verabschiedung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrkirche in Mautern gefunden.

Denn der Karl Hofmann, der Karli, der war nicht nur ein Urgestein, das sein ganzes Leben in Mautern gelebt hatte und so gut wie jeden kannte. Er war nicht nur über Jahrzehnte und mit viel Passion der Bankdirektor. Der Karli wird deswegen in den Erinnerungen und Herzen so vieler bleiben, weil er ein guter Mensch war. Hohe Werte hatte. Sie vorlebte, aber auch danach lebte.

Er gab das Gefühl, der wichtigste Mensch zu sein
Und weil er die Menschen mochte. Ihnen, völlig unabhängig von Herkunft oder Status, mit Wertschätzung und Respekt und auf Augenhöhe begegnete. Jedem das Gefühl gab, im Gespräch jetzt gerade der wichtigste Mensch für Karl zu sein.

Karl war gesellig, sportlich, kommunikativ. Beliebt.
Karl war gesellig, sportlich, kommunikativ. Beliebt.(Bild: zVg)

Er beurteilte Menschen nicht nach ihrem Status
Er behandelte jene, die viel Geld auf ihren Konten haben, mit derselben Wertschätzung und Freundlichkeit, mit der er auch sozial Schwachen begegnete. Ihn höflich grüßte, fragte, ob er etwas helfen könne. Der Karli machte da keine Unterschiede, das wäre ihm nie eingefallen. Eigenschaften, die nicht mehr so viele haben. . . Und viel über den Charakter eines Menschen sagen.

In der Früh, da hatte er so ein Ritual, seit der 73-Jährige in Pension war. Er ging einen Kaffee trinken und spielte dort ein Bummerl. Jeder, der gerade da war, war herzlich willkommen, ob Freund oder Fremder. Der Karli eroberte sein ganzes Leben lang sein Umfeld mit Charme, Schmäh und seinem typischen Lächeln. Wer ihn zum Freund hatte, der hatte echt Glück. Der Karli war einer, auf den man sich immer verlassen konnte. Der nicht fragte, schon gar nicht nach seinem Vorteil, sondern der einfach zur Seite stand und half.

„Tschüss Schatzi, pass gut auf alle auf, und bitte hol mich am Donnerstag wieder vom Bahnhof ab.“ – Das waren die letzten Worte, die seine Gattin von ihrem Mann hören würde. Er kamnie mehr zurück.

Herzstillstand in Bibione
Karl Hofmann (73), der immer so gesellige, sportliche, reiselustige, war am 11. Mai in den Bus gestiegen, um nach Italien zum Radeln zu fahren. In Bibione stieg er aus. Und zwei Minuten später fiel er um. Tot. Herzstillstand.

Zitat Icon

Tschüss Schatzi, pass gut auf alle auf und hol mich am Donnerstag bitte wieder vom Bahnhof ab

Die letzten Worte des Steirers an seine Gattin

Er wird schmerzlich vermisst. Nicht „nur“ von seiner untröstlichen Gattin, seiner großen Liebe seit gut 40 Jahren. Nicht „nur“ von seinen beiden Töchtern, seinen Prinzessinnen, auf die er so unglaublich stolz war. Er wird in Mautern fehlen. Er tut es jetzt schon.

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