Die Nordkette über der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck hat in der Nacht auf Donnerstag eine weiße Haube erhalten. Auch auf den Gletschern ist es richtig winterlich geworden. Das kurbelt die Nachfrage nach Urlaub in Tirol an. In der Nebensaison wird aber immer kurzfristiger gebucht.
Vor wenigen Tagen noch weiße Bänder auf steinigem Untergrund. Doch nun zeigen die Webcams auf den Tiroler Gletschern Winterlandschaft. Gerade rechtzeitig vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden hat die Natur die passende Kulisse gezaubert. Das sind die Bilder, die die Grundlage für eine gute Wintersaison liefern. „Wir merken es unmittelbar. Wenn die Wetterkameras den ersten Schnee einfangen, dann geht es auch mit den Buchungen nach oben“, berichtet Adrian Siller, Obmann des Tourismusverbands Stubaital.
Die Kurzfristigkeit bei Buchungen ist eine Herausforderung. Mit dem aktuellen Schnee gehen aber auch die Buchungszahlen nach oben.

Adrian Siller, Verband der Tiroler TVBs
Bild: Christian Forcher/Fotoworxx
Siller, der auch Vorstandsmitglied des Verbands der Tiroler Tourismusverbände ist, geht davon aus, dass selbst für die Herbstferien in der nächsten Woche nach den aktuellen Schneefällen rund um die Gletscher noch etliche Buchungen eintrudeln werden. Und er bestätigt damit den Trend zu immer kurzfristigeren Entscheidungen, die vom Wetter abhängen.
Der Spätwinter wird immer mehr zur Zitterpartie
Das sei für die Branche fordernd, sagen Siller und Tourismuslandesrat Mario Gerber (ÖVP). Mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison zeigt sich, dass die Nebensaisonen immer noch mehr zur Zitterpartie werden. Obwohl 72 Prozent der befragten Betriebe laut Tourismusbarometer der Tirol Werbung mit der Buchungslage für die heurige Wintersaison zufrieden oder sehr zufrieden sind. Im Vorjahr lag dieser Wert allerdings bei 82 Prozent. „März und April sind in puncto Nachfrage herausfordernd“, nennt Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, einen Grund für die leichte Unsicherheit. Viele Urlauber warten ab und buchen erst, wenn noch einmal Schnee fällt.
Das Reiseverhalten ändert sich. Auch bei guten Pistenbedingungen im Spätwinter orientieren sich viele Menschen dann schon Richtung Sommeraktivität.

Mario Gerber, Tourismuslandesrat
Bild: Christof Birbaumer
Den Randmonaten widmet sich die Tirol Werbung seit geraumer Zeit verstärkt. Diese zu stärken sei ein Gebot der Stunde. Seiler: „17 Tourismusverbände – vor allem aus dem Tiroler Unterland – arbeiten aktiv daran mit und entwickeln passende Angebote.“ Auch Adrian Siller unterstreicht: „Gerade bei veränderten Saisonverläufen braucht es regionale Lösungen, die zu den Gegebenheiten passen.“
Die Winterbilder vom Weltcup-Auftakt werden in den nächsten Tagen die Buchungen weiter ankurbeln. Vor allem am deutschen Markt, wo 50 Prozent der Tirol-Urlauber herkommen.
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