Viele wissen es gar nicht mehr: Anfang der 1990er-Jahre war Tirol als Reiseziel im Sommer deutlich beliebter als im Winter. Heuer knüpft der Tourismus an die Erfolge dieser Zeit an. Gleichzeitig macht das Land jetzt ernst mit der Registrierung für Airbnb-Wohnungen.
Es war ein Sommer wie damals. 21,4 Millionen Nächtigungen stehen im heurigen Sommer zu Buche. Das ist ein Plus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Oktoberzahlen fehlen noch, aber das Bild ist eindeutig. „Tirol knüpft an die Rekordwerte Anfang der 1990er-Jahre an“, rechnet Tourismuslandesrat Mario Gerber (ÖVP) vor.
Kurze Aufenthalte, weniger Ausgaben
Bergsport-Boom, Klimaveränderungen, Trend zu Kurzreisen und Nahzielen – das spielt Tirols Tourismus in die Karten. Mit den Wermutstropfen, dass die Aufenthaltsdauer mit durchschnittlich 3,4 Tagen weiter gesunken ist und die Tagesausgaben im Sommer (179 Euro) deutlich hinter denen im Winter (237 Euro) liegen. Die Wertschöpfung ist dennoch auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen.
Wir gehören damit zu den Vorreitern, die beim Register des Bundes dabei sind.

Mario Gerber, Tourismuslandesrat
Bild: Christian Forcher/Fotoworxx
Getragen wird das Wachstum von den Kernmärkten. Deutsche Gäste verbrachten 12,2 Millionen Nächte in Tirol, das entspricht einem Plus von zwei Prozent. Ebenfalls gewachsen ist der Heimmarkt Österreich – um 1,5 Prozent auf zwei Millionen Nächtigungen. Den größten Anteil an den rot-weiß-roten Nächtigungen steuern die Tiroler Gäste mit 390.000 bei. Deutlich gewachsen ist der Herkunftsmarkt Niederlande: Mit 1,8 Millionen Übernachtungen liegen diese um 9,8 Prozent über dem Vorjahr. „80 Prozent der Nächtigungen stammen von den vier wichtigsten Märkten Deutschland, Österreich, Niederlande und Schweiz“, erklärt TW-Chefin Seiler.
Strengere Kontrollen für Vermieter
Vom Urlauberansturm profitieren aber nicht nur klassische Tourismusbetriebe, sondern auch Besitzer von Wohnungen, die dank Airbnb und anderen Plattformen mit der Kurzzeitvermietung mehr Geld machen als mit Dauermietern. Die Folge: Wohnraum für Einheimische wird immer knapper. Doch das soll sich nun ändern.
Im Dezemberlandtag soll laut Gerber die digitale Registrierungspflicht für die touristische Vermietung von Wohnungen über Airbnb und andere Plattformen abgesegnet werden. Wer dort in Zukunft buchbar ist, muss mit seiner Registrierungsnummer aufscheinen. Damit lasse sich besser kontrollieren, ob eine solche Vermietung in besagtem Gebiet auch zulässig oder illegal sei, erklärt der Landesrat: „So können wir touristische Vermietung in Wohnungen besser reglementieren und Wohnraum für Einheimische sichern.“
Das erklärte Ziel: Kurzzeitvermietung eindämmen, leistbaren Wohnraum unterstützen. Gerber: „Wir gehören damit zu den Vorreitern, die beim Register des Bundes dabei sind.“
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