Eigentlich war die Fristenlösung für das Fürstentum Liechtenstein bereits beschlossene Sache, der Landtag hatte bereits Anfang September darüber abgestimmt. Doch nun wird das Gesetz, das Abtreibungen legalisiert hätte, gekippt – ausgerechnet von Erbprinz Alois.
Schwangerschaftsabbrüche sind im kleinen Fürstentum Liechtenstein, das an Vorarlberg grenzt, mit wenigen Ausnahmen nicht erlaubt. Anfang September beschloss der Landtag mit 13 zu 12 Stimmen die Fristenlösung. Das bedeutet, dass Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche straffrei sind. Daraus wird nun aber doch nichts. Warum? Weil sich der Monarch des Fürstentums, Erbprinz Alois, dagegenstellt. Er hat ein Vetorecht und machte davon Gebrauch. Er sei nach wie vor der Überzeugung, „dass eine Fristenregelung nicht geeignet ist, dem Schutz des ungeborenen Lebens als zentralem Rechtsgut gerecht zu werden“, schrieb das Fürstenhaus.
Das sorgt nun für große Verstimmung im Land. Für die kommenden Tage sind bereits Proteste angekündigt worden, am Samstag etwa in Vaduz. Das Initiativkomitee „Fristenlösung für Liechtenstein“ bezeichnete das Veto des Erbprinzen in einer Mitteilung als „eine Machtdemonstration auf dem Rücken der Betroffenen“.
Moralische Überzeugung
Alois habe gezeigt, dass für ihn der demokratische Prozess in dieser Frage „irrelevant“ sei. Anstatt diesen ablaufen zu lassen, wäre hier eine moralische Wertvorstellung durchgesetzt worden. „Frauen wird die Selbstbestimmung durch den Erbprinzen verwehrt,“ heißt es weiter.
Erlaubt sind in Liechtenstein Abtreibungen nur bei wenigen Ausnahmen, etwa bei Vergewaltigung oder ernster gesundheitlicher Gefahr für die Mutter. Straffrei ist es für Frauen, ins Ausland zu reisen und dort einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.