Der Streit zwischen der Stadt Graz und den Profiklubs Sturm, GAK und 99ers geht weiter – und wird langsam zur unendlichen Geschichte. Nachdem die Klubs „transparente Zahlen“ zur Veranschaulichung des Verhältnisses von Geldflüssen offenlegten, kontert jetzt die Stadt Graz.
„Wir müssen bei allen Ausgaben Prioritäten setzen – auch beim Sponsoring. Entscheidend ist, dass möglichst viele Vereine und Initiativen weiterhin unterstützt werden können“, betont Finanzstadtrat Manfred Eber. Die beschlossene Neuausrichtung betreffe ausschließlich das Sponsoring der Herren-Profimannschaften durch die Holding Graz. Förderungen sowie Sponsoringzahlungen anderer städtischer Beteiligungen seien davon nicht betroffen.
Die von den drei Profi-Klubs genannten Zahlen seien hinsichtlich Sponsorings und Förderung für die Stadt nicht nachvollziehbar. Tatsächlich beliefen sich die Sponsoringzahlungen aus dem Holding-Graz-Konzern laut Büro Eber im Jahr 2025 auf insgesamt 1.854.325 Euro. Die Vereine hatten von einer Summe von 905.000 Euro gesprochen. Zusätzlich erhielten die drei Klubs laut Stadt im selben Jahr städtische Förderungen in Höhe von 205.800 Euro.
Zahlungsströme auseinanderhalten
Des Weiteren müsse man bei der sachlichen Einordnung der Zahlen die unterschiedlichen Zahlungsströme sauber auseinanderhalten. Laufende Kosten, Abgaben und Mietzahlungen seien nicht mit Sponsoring gleichzusetzen. Umgekehrt gehören laut Stadt-Aussendung auch die Kosten der öffentlichen Hand für die Sportstätten zur Gesamtbetrachtung. „Hier verweist der Bundesrechnungshof auf die mangelnde Kostendeckung bei den Mieten des Stadions Liebenau, des Eisstadions und des Sportzentrums Weinzödl und bemerkt, dass es sich hierbei um indirekte beziehungsweise verdeckte Förderung handeln könnte.“ Weiters sei zu berücksichtigen, dass die in Rechnung gestellten Mieten beim Stadion Liebenau auch bereits die Energiekosten enthalten. Auch beim Betrieb der Eishalle reichen die Einnahmen nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Die Differenz müssten mit Steuergeld ausgeglichen werden.
Werbewert als Zankapfel
Die Vereine verwiesen in ihrer Aussendung zuletzt auf einen errechneten Werbewert aller drei Klubs von 5,3 Millionen Euro. Der Konter der Stadt: „Dieser Wert beschreibt, was eine vergleichbare Sichtbarkeit zu marktüblichen Werbetarifen rechnerisch kosten würde. Er ist keine tatsächliche Einnahme und verbessert weder unmittelbar das Budget der Stadt noch jenes der Holding Graz.“
Auch die Frauen-, Nachwuchs- und Special-Needs-Teams würden wichtige Arbeit leisten, schaffen Sichtbarkeit und tragen zur regionalen Wertschöpfung bei. „Wir werden diese Bereiche weiterhin mit rund 250.000 Euro jährlich unterstützen“, betont Eber.
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