Sport-Sponsoring Graz

Präsidiale Front: „Die Wertschätzung verloren!“

Steiermark
21.10.2026 12:04
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Von Steirerkrone

In einem ersten persönlichen Treffen nach dem angekündigten Sponsoring-Stopp durch die Holding Graz bzw. die Stadt Graz haben die drei Grazer Profi-Sportvereine GAK, Graz99ers und Sturm die weitere Vorgehensweise abgestimmt und gemeinsam für Zahlentransparenz gesorgt. Dazu wird ein runder Tisch gefordert.

Vor rund einer Woche wurde bekannt, dass die Holding Graz im Auftrag der Stadt Graz in Folge eines zweiten Maßnahmenpakets zur Budget-Konsolidierung per Saisonende 2026/2027 die Sponsorings für die drei Grazer Profi-Klubs GAK, Graz99ers sowie Sturm Graz nicht mehr fortführen wird. Die „Krone“ hat berichtet.

In einem erstmaligen persönlichen Zusammentreffen von Vertretern der drei Vereine wurden jetzt die ersten weiteren Schritte besprochen. In einem ersten Schulterschluss macht man in einer gemeinsam veröffentlichten Erklärung Zahlen über Rückflüsse der drei Vereine an die Stadt Graz transparent. 

Die öffentlich verlautbarten Sparpläne der Stadt Graz erwischten die Präsidenten Christian Jauk ...
Die öffentlich verlautbarten Sparpläne der Stadt Graz erwischten die Präsidenten Christian Jauk (li./Sturm) und Rene Ziesler (GAK) nach eigenen Aussagen auf eher überrumpelnde Art und Weise.(Bild: Christian Jauschowetz)

Millionen für die Stadt
Wie die Vereine unisono mitteilen, fließen in einem Jahr für alle drei Vereine gesammelt 2,8 Millionen Euro an Kommunalsteuern, Stadion- und Eishallenmieten sowie Energiekosten und Ähnlichem an die Stadt Graz. Der dazu kumuliert errechnete Werbewert für die Holding Graz von Sturm, GAK und den 99ers belaufe sich auf 5,3 Millionen Euro. Demonstrativ dem gegenüber stellen die Vereine die Gesamthöhe der Sponsorings und Förderungen von Holding und Stadt Graz an die Vereine: 905.000 Euro.

„Jeder Cent wird reinvestiert“
 „Die Zahlen zeigen deutlich, dass es sich bei den Kooperationen der Holding mit den drei Vereinen keineswegs um Förderungen, sondern um äußerst effektive Werbemaßnahmen handelt. Im Unterschied zu herkömmlichen Unternehmen entnehmen wir keine Gewinne, sondern jeder Cent wird reinvestiert wird. Die Nachwuchsarbeit der drei Grazer Spitzenvereine wäre mit Elternbeiträgen und Förderungen alleine nicht finanzierbar“, sagt GAK-Obmann Rene Ziesler. 

„Fordern runden Tisch“
„In dieser Debatte sind einige Fakten verloren gegangen, auf den Rücken der drei großen Grazer Sportvereine wird hier politisches Kleingeld gewechselt“, sagt Sturm-Präsident Christian Jauk. „Wie hier dargestellt, fördert nicht die Stadt Graz die drei Vereine, sondern die Vereine fördert die Stadt Graz“, wiederholt Jauk. „Wir wissen natürlich um die finanzielle Situation der Stadt Graz Bescheid, fordern aber statt Mitteilungen über Medien einen runden Tisch mit allen Beteiligten, an dem die weiteren Schritte sowie mögliche Kompromisslösungen besprochen werden können.“

99ers-Boss Herbert Jerich
99ers-Boss Herbert Jerich(Bild: GEPA)

„Sehen sich in keiner Verantwortung“
99ers-Präsident Herbert Jerich hatte in einer ersten Reaktion vergangene Woche sogar von einem „Auszug“ der Graz99ers aus der Stadt gesprochen – Meetings mit Verantwortlichen in Kapfenberg hat es schon gegeben. „Mein Wunsch ist das aber natürlich nicht“, so der Unternehmer, der aber klarstellt: „Der Stopp des Sponsorings ist in keiner Weise nachvollziehbar. Ganz abgesehen, dass hier selbst ein Mindestmaß an Wertschätzung verloren geht, gesteht sich damit die Stadt Graz selbst ein, dass sie sich für den Spitzensport und ihre Spitzenklubs in keinerlei Verantwortung sieht.“

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