Es handelt sich um eine der Top-Adressen im Tourismusort: Die Strandperle Seefeld mit gehobener Gastronomie und Badebetrieb am See ist als Ausflugsziel in Tirol beliebt und bekannt. Nun kündigt der Pächter, der 41 Jahre lang alles aufgebaut hat, seinen Rückzug an.
„Heute fällt mir etwas schwer, das ich lange Zeit kaum für möglich gehalten hätte: Ich verabschiede mich von meinem Lebensabschnitt als Geschäftsführer der Strandperle Seefeld, die vor 21 Jahren zum Leben erweckt wurde“, schreibt Pächter Oliver Neth an seine Fangemeinde im Netz. „Wenn ich zurückblicke, dann begann diese Geschichte eigentlich schon viel früher: 1984, mit gerade einmal zwölf Jahren, begann meine Karriere am Seefelder Wildsee beim Ruderbootverleih. Mit 15 Jahren erklomm ich die Karriereleiter im Schwimmbad zum Eis und später zu den Pommes. Was damals vielleicht einfach nach einem Ferienjob aussah, wurde für mich zu etwas viel Größerem.“
„Kann mich auf das konzentrieren, was mir Spaß macht“
Heute ist die Strandperle ein gutgehender Betrieb mit 15 Beschäftigten und zahlreichen Gastro-Auszeichnungen. „Ich habe 20 Jahre lang das Pensum von 30 Jahren erfüllt, also bin ich jetzt eigentlich 63 und kann an die Pension denken“, rechnet der 53-jährige Gastronom vor, der am Innsbrucker MCI studiert und vor 20 Jahren gemeinsam mit der Gemeinde Seefeld als Liegenschaftseigentümerin das Konzept Strandperle entwickelt hat.
Ich werde künftig nur noch die Hälfte arbeiten. Also rund 40 Stunden pro Woche statt wie bisher 80.
Langzeit-Pächter Oliver Neth
Vom Badebuffet zum anspruchsvollen Restaurant
Künftig will er mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Die Geschäftsführung übergibt er an einen langjährigen Mitarbeiter. Diesem will er bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Ganz aufhören kann ich nicht. Für mich war und ist die Strandperle fast wie ein eigenes Kind gewesen. Ich habe in all diesen Jahren unzählige Stunden, Gedanken, Ideen und vor allem sehr viel Herzblut in die Strandperle gesteckt. Wir haben uns immer wieder neu erfunden, Neues gewagt und uns weiterentwickelt. Vom Badebuffet zum anspruchsvollen Restaurant. Von den ersten Veranstaltungen zu niveauvollen Hochzeiten und zu Fine Dining am Abend.“
Gemeinde spart sich Defizit-Badebetrieb
Der Badebetrieb im Sommer mit Freibecken läuft quasi nebenher mit. Für die Gemeinde als Grundeigentümerin bedeutet das nicht nur seit Jahren konstant hohe Pachteinnahmen. Sie spart sich auch die Aufwendungen für das Bad, das aufgrund der Seehöhe von 1200 Metern mehr defizitär als rentabel ist.
Bürgermeisterin: Für uns Gold wert
„Für uns als Gemeinde wird sich nichts ändern. Wir haben ja erst vor 1,5 Jahren einen neuen Pachtvertrag mit der KG abgeschlossen“, hält Bürgermeisterin Andrea Neuner dazu fest. Der Stellenwert dieses Betriebs sei für die Gemeinde sehr groß. „Wir reden ja hier vom Naturjuwel Seefelder See. Wenn der Betrieb gut bespielt wird, ist das natürlich Gold wert. Oliver Neth hat hier wirklich etwas Tolles aufgezogen!“
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