Ob im Beruf, oder in der Freizeit – Internet und KI spielen eine immer wichtigere Rolle. Die Folge: Große Rechenzentren sind notwendig, um die gewaltigen Datenmengen zu beherrschen. Um die Regeln für den Bau solcher Zentren entbrennt nun ein politischer Schlagabtausch in Niederösterreich.
Anträge für den Bau von Rechenzentren sprießen wie Schwammerln aus dem Boden. „Es liegen Anfragen für Projekte mit einer Gesamtleistung von 3400 Megawatt vor“, erklärt Sven Hergovich: „Das ist das Doppelte des Stromverbrauchs von ganz Niederösterreich.“ Zwar hat die Landeskoalition bereits im Frühjahr eine Rechenzentren-Strategie vorgelegt, doch der SPÖ-Vorsitzende fordert jetzt ganz konkrete strenge Regeln für Bewilligungen solcher Zentren.
Gemeinden sollen profitieren
Vor allem müssten Betreiber die nötige Energie selbst erzeugen und sämtliche Infrastruktur auf eigene Kosten errichten. Zudem dürften sie kein Trinkwasser für die Kühlung verwenden, die Abwärme müsse als Fernwärme genutzt werden. Was Hergovich besonders wichtig ist: „Standortgemeinden müssten an der Wertschöpfung beteiligt sein.“
Zudem sollten vor allem bereits versiegelte Flächen für den Bau von Rechenzentren herangezogen werden. Und Umwelt sowie Anrainer müssten vor Lärmemissionen geschützt werden. Große Bedeutung misst Hergovich auch der Datensicherheit bei: „Datencenter in Niederösterreich sollten nur europäischen Betreibern zur Verfügung stehen.“
Prüfung durch eigene Experten
Die derzeit gültigen Vorgaben der Landesstrategie würden in erster Linie auf die Größe der Rechenzentren abzielen. „Das ist aber nicht ausreichend“, warnt Hergovich. Er werde jedenfalls jedes Projekt, das zu Genehmigung an die Landesregierung herangetragen werde, von eigenen Experten nach den oben genannten Kriterien der SPÖ-Strategie überprüfen lassen: „Solange, bis diese Kriterien gesetzlich festgelegt sind.“ Als Vorbild nenn Hergovich die strengen Regeln für Daten-Center im US-Staat Texas.
Hergovich muss keine Rechenzentren in Texas besuchen, um sich eine Strategie abzuschauen. Es reicht ein Blick in die Rechenzentren-Strategie des Landes NÖ.

Kurt Hackl, Klubobmann der ÖVP im NÖ-Landtag
Bild: ÖVP-NÖ
ÖVP kontert postwendend
Kritik an den Forderungen des SPÖ-Landesvorsitzenden kommt postwendend von der niederösterreichischen ÖVP. Man habe drohendem Wildwuchs von Rechenzentren mit der Landesstrategie bereits einen wirksamen Riegel vorgeschoben, betont Klubobmann Kurt Hackl: „Herr Hergovich, nicht in Texas, sondern in Niederösterreich spielt die Musik!“
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