Der Flughafen Graz hat am Dienstag seine bisherigen Passagierzahlen 2026 sowie eine Prognose für das gesamte Jahr vorgelegt. Beide sind rückläufig, begründet wird das mit den hohen Kerosinpreisen und der ungeliebten Ticket-Abgabe. In Richtung Bund und Land gab es Kampfansagen.
Laut Geschäftsführer Wolfgang Grimus dürften bis Ende des Jahres insgesamt rund 810.000 Fluggäste verzeichnet werden. Das ist im Vergleich zu 2025 mit 831.000 Personen ein Minus von 2,5 Prozent. Ursache sei vor allem der Iran-Konflikt, im ersten Quartal wurde schließlich noch ein Plus verzeichnet. Bisher wurden laut Grimus heuer rund 684.000 Passagiere gezählt – 0,4 Prozent weniger als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr.
Keine Hoffnung auf baldiges Comeback der Wien-Verbindung
Der Sinkflug sei seit April auffallend. „Airlines reduzieren ihr Programm, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen“, sagte Grimus mit Blick auf die stark gestiegenen Kerosinpreise. Dem sei beispielsweise die Strecke zwischen Graz und Wien zum Opfer gefallen. Eine baldige Rückkehr der Verbindung sieht er frühestens, wenn E-Flugzeuge für kleinere Gruppen salonfähig würden. Das sei nicht vor Anfang der 2030er-Jahre realistisch.
Mark Perz, Vorstand der Holding Graz, appellierte an den Bund, die Flugabgabe von 12 Euro pro Passagier zu streichen. Gerüchte, wonach das Land den Flughafen erwerben könnte, wollte er „nicht kommentieren“, stellte aber klar: „Der Flughafen steht derzeit nicht zum Verkauf.“
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