Das Mega-Projekt unter den Alpen wird um mehr als eine Milliarde Euro teurer. Statt 2032 sollen die ersten Züge erst 2034 durch den Brenner-Basistunnel rollen. Grund sind zusätzliche Bauarbeiten und eine neue Sicherheits- und Betriebstechnik.
Der Brenner-Basistunnel wird zur Geduldsprobe! Die Inbetriebnahme des Jahrhundertprojekts verschiebt sich erneut – und auch die Kosten steigen kräftig. Wie die Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt gab, soll der Tunnel nun erst 2034 in Betrieb gehen. Bisher war der Start für 2032 vorgesehen.
Eine Milliarde Euro mehr
Auch finanziell wird das Mammutprojekt deutlich teurer: Statt der bisher veranschlagten 10,5 Milliarden Euro werden nun 11,7 Milliarden Euro erwartet. Das entspricht einem Plus von 1,2 Milliarden Euro.
Als Grund nennt die BBT SE eine Aktualisierung der bahntechnischen Planung aus dem Jahr 2008. Nach Erfahrungen mit dem Gotthard-Basistunnel und anderen europäischen Großprojekten soll der bisherige Erkundungsstollen zu einem Servicetunnel weiterentwickelt werden.
Weniger Sperren im Betrieb
Der zusätzliche Aufwand soll sich langfristig lohnen: Wartungsarbeiten könnten künftig durchgeführt werden, ohne den Zugverkehr so stark zu beeinträchtigen. Das erhöhe die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der gesamten Anlage. Auch die Sicherheitsanforderungen und der technische Fortschritt hätten eine Anpassung der Planung notwendig gemacht.
Die BBT-Vorstände Umberto Lebruto und Martin Gradnitzer betonen, dass der Tunnel weit mehr als eine unterirdische Verbindung sei. Er müsse als grenzüberschreitendes Bahnsystem höchsten Ansprüchen genügen.
Tirols Politiker sprechen von Rückschlag
Nicht erfreut zeigen sich LH Anton Mattle und Verkehrslandesrat René Zumtobel. „Jede Verzögerung beim Brenner Basistunnel ist ein Rückschlag, das braucht man gar nicht schönreden. Wir haben jetzt die lange eingeforderte Klarheit, wie es weitergeht. Die nun angekündigte Nutzung des Erkundungsstollens als Servicestollen, um damit die Sicherheit zu erhöhen, künftige Sperrtage zu vermeiden und damit die Kapazitäten zu erhöhen, klingt technisch schlüssig – diese Entscheidung führt jetzt aber zu weiteren Bauverzögerungen und der Verteuerung des Projekts. Als Landeshauptmann fordere ich jetzt endgültig ein Ende der Geheimhalterei und eine rasche Fertigstellung des BBT“, erklärt Mattle. Und Zumtobel ergänzt: „Die Bauzeitverlängerung und die damit verbundenen höheren Kosten beim Brenner Basistunnel sind ein herber Rückschlag für unsere Bemühungen, den Verkehr am Brennerkorridor von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die Gründe für die Projektänderungen müssen der Öffentlichkeit umfassend und transparent dargelegt werden.
Das große Ziel bleibt unverändert: Mehr Güter und Passagiere auf die Schiene zu bringen und damit die Straßen über den Brenner zu entlasten. Bis dahin heißt es allerdings: warten – und tiefer in die Tasche greifen.
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