Steht an der Klinik Innsbruck eine große Herz-Operation an, so wird Patienten in Zukunft ein digitaler Begleiter zur Seite gestellt. Was dieser kann und wer in Zukunft noch von diesem System profitierten kann.
Eine Herz-Operation ist mit vielen Ängsten und Fragen verbunden. Die Fülle an Informationen über den Eingriff, die Vorbereitung, Nachbehandlung und organisatorische Details kann Patienten schon einmal überfordern. Laut Erhebungen haben Betroffene nach den Gesprächen mit Ärzten und Pflegepersonal in der Aufregung bis zu 90 Prozent der Informationen wieder vergessen.
Die App ersetzt nicht den Austausch mit dem Behandlungsteam, sondern ergänzt diesen in idealer Weise.

Michael Grimm, Direktor Klinik für Herzchirurgie
Bild: Tirol Kliniken/Schirmer
An der Klinik Innsbruck steht Herz-Patienten nun ein digitaler Begleiter mit dem Namen „Herz-Kompass“ zur Seite. In der Handy-App werden alle Fragen rund um den Eingriff anschaulich beantwortet. „Mit dem Herz-Kompass wollen wir unsere Patientinnen und Patienten nicht erst am Tag der Aufnahme erreichen, sondern sie bereits vor der Operation gut informieren und aktiv auf den Eingriff vorbereiten sowie nach der Entlassung weiter begleiten“, erklärt Herzchirurg und Projektkoordinator Leo Winter Pölzl.
Mit der App ist der ganze Behandlungspfad abgebildet. Die Patienten erhalten ihre Informationen aus erster Hand.

Leo Winter Pölzl, Herzchirurg
Bild: Tirol Kliniken/Schirmer
Die Anwendung ist einfach aufgebaut. „Unter anderem enthält die App Aufklärungsvideos sowie Bewegungs- und Übungsprogramme, die Patienten in den einzelnen Phasen ihrer Behandlung benötigen“, nennt Pflegekraft Karin Hinterbuchner ein Beispiel.
Das Projekt Herz-Kompass ist ein weiterer wichtiger Schritt in der digitalen Entwicklung des Gesundheitswesens.

Cornelia Hagele, Gesundheits-LR
Bild: Johanna Birbaumer
800 Herz-Patienten pro Jahr werden in Innsbruck laut Klinik von dem Angebot profitieren. Die Datensicherheit sei über die ID Austria gegeben. „Der Herz-Kompass reduziert oder ersetzt keinesfalls die persönliche Kommunikation zwischen Patienten, Ärzten und Pflege. Vielmehr erweitert er diese um eine digitale Ebene“, ist Michael Grimm, Direktor der Klinik für Herzchirurgie, vom Nutzen überzeugt.
Ziel sei es, allen Klinik-Patienten bei größeren Eingriffen einen digitalen Begleiter zur Seite zu stellen. Auch Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) sieht viele Vorteile: „Das Projekt zeigt, wie digitale Lösungen sinnvoll in die Versorgungsstruktur integriert werden können.“
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