Trotz Hygieneskandal

Ekelalm: Gemeinde lässt Pächter weiter gewähren

Tirol
18.10.2026 06:00

Die Horrorbilder von den hygienischen Zuständen auf der Wangalm im Tiroler Wettersteingebirge (Innsbruck-Land) haben viele schockiert. Doch der Verpächter sieht keinen Handlungsbedarf, der Almwirt darf bleiben.

Eine völlig verdreckte Abspüle, ein verdreckter Herd mit schmutzigen Pfannen, dreckige Teller, Gefäße und Gläser auf der Anrichte – garniert mit einer Flasche Whisky! So dramatisch sah es, wie mehrfach berichtet, im Sommer in der Küche der Wangalm im Gaistal aus.

Allein der Anblick sorgt für Übelkeit.
Allein der Anblick sorgt für Übelkeit.(Bild: Privat)

Der „Krone“ wurden entsprechende Beweisfotos zugespielt, zudem haben weitere Zeugen die problematische Hygiene auf der beliebten Alm im Wettersteingebirge bestätigt. Schockiert zeigte sich auch Anna Fröhlich, die Obfrau der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Tirol.

Almwirt sitzt fest im Sattel
Als Verpächter tritt die Gemeindegutsagrargemeinschaft Puit-Wang-Alpe auf, substanzberechtigte Gemeinde ist Telfs. Die Agrargemeinschaft denkt freilich nicht daran, Pächter Nenad Despotovic, der auch die Wildmoosalm betreibt, zur Rechenschaft zu ziehen – ganz im Gegenteil!

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Wir schätzen die von Herrn Despotovic geleistete Arbeit. Wir arbeiten seit rund zehn Jahren konstruktiv zusammen.

GV Norbert Tanzer, Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft

„Wir schätzen die von Herrn Despotovic geleistete Arbeit“, betont der Telfer Gemeindevorstand Norbert Tanzer als Substanzverwalter der Agrargemeinschaft. Es bestehe ein aufrechtes Pachtverhältnis. „Wir arbeiten seit rund zehn Jahren konstruktiv zusammen“, heißt es weiters seitens des Substanzverwalters.

Bei Speisen, die in dieser Pfanne zubereitet wurde, kann man nur hoffen, dass es schmeckte...
Bei Speisen, die in dieser Pfanne zubereitet wurde, kann man nur hoffen, dass es schmeckte...(Bild: Privat)

Immerhin würden die Hygienebedenken ernst genommen. Tanzer: „Wir werden diese sorgfältig prüfen. Sollte dabei Handlungsbedarf festgestellt werden, werden wir die erforderlichen Schritte setzen und gegebenenfalls entsprechende Verbesserungsmaßnahmen einfordern.“ Eine abschließende Beurteilung werde erst nach einer sachlichen Prüfung vorgenommen.

In der nächsten Almsaison geht es weiter
Der Pächter scheint jedenfalls trotz der Vorkommnisse fest im Sattel zu sitzen. „Aus heutiger Sicht besteht kein Anlass, das bestehende Pachtverhältnis infrage zu stellen“, heißt es aus Telfs. Der Pächter darf demnach auch in der kommenden Saison weitermachen.

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