Ab März 2027

Hauptbahnhof bekommt Alkoholverbot und Kameras

Oberösterreich
15.10.2026 11:15
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Seit Monaten wird über die Sicherheit rund um den Linzer Hauptbahnhof diskutiert, jetzt sollen den vielen Worten endlich Taten folgen. Die Stadtregierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf dem Tisch, das für spürbare Veränderungen sorgen soll. Doch nicht alles wird sofort umgesetzt. Und auch abseits des Bahnhofs gibt es Handlungsbedarf.

Die vier, im Rahmen des Linzer Sicherheitsgipfels eingesetzten, Arbeitsgruppen haben ihre bisherigen Ergebnisse der Linzer Stadtregierung präsentiert. Fachleute aus Polizei, Sozialbereich, Gesundheitswesen, Opferschutzeinrichtungen, Verkehrsbetrieben und Stadtverwaltung beschäftigten sich in den vergangenen Monaten mit den Themen psychosoziale Versorgung und Krisenintervention, Suchtmittel und Beschaffungskriminalität, Sicherheit im öffentlichen Raum sowie Sicherheit für Frauen.

Grundlage für weitere Umsetzung
Der Zwischenbericht zeigt erste konkrete Handlungsansätze. Klar wird dabei: Sicherheit im urbanen Raum braucht das Zusammenspiel von Polizeipräsenz, Sozialarbeit, Prävention, baulichen Maßnahmen und einer besseren Vernetzung bestehender Angebote. Die Vorschläge bilden nun die Grundlage für die weitere Abstimmung und Umsetzung.

„Nicht die eine einfache Lösung“
SP-Bürgermeister Dietmar Prammer betont: „Der Sicherheitsgipfel war für uns kein einmaliger Termin, sondern der Start eines gemeinsamen Arbeitsprozesses. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass es bei vielen Themen nicht die eine einfache Lösung gibt. Wir müssen Sicherheit, Sozialarbeit, Gesundheit und Prävention gemeinsam denken. Der Zwischenbericht liefert dafür konkrete Ansätze, die wir jetzt weiterentwickeln und dort, wo es in unserer Zuständigkeit liegt, auch rasch umsetzen wollen. Entscheidend ist, dass wir künftig nicht nebeneinander, sondern noch stärker miteinander arbeiten. Dafür brauchen wir klare Ansprechpartner, regelmäßigen Austausch und die Möglichkeit, rasch auf neue Entwicklungen zu reagieren.“

Auch im Bahnhofsinneren soll das Alkoholverbot greifen.
Auch im Bahnhofsinneren soll das Alkoholverbot greifen.(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

Dauerhafte Zusammenarbeit
Ein wesentliches Ergebnis ist daher auch der Vorschlag, die Zusammenarbeit dauerhaft zu verankern. Geplant sind regelmäßige operative Sicherheits-Round-Tables mit unter anderem Polizei, Linz Linien, ÖBB, Sozialvereinen, Opferschutzeinrichtungen, Ordnungsdienst und betroffenen städtischen Geschäftsbereichen. Ergänzend soll es einen strategischen Austausch auf Führungsebene geben.

Hauptbahnhof: Kontrolle, Sozialarbeit und Gestaltung verbinden
Ein Schwerpunkt lag auf Hauptbahnhof, Bahnhofsvorplatz und Bahnhofspark. Empfohlen werden unter anderem eine Videoüberwachung von Vorplatz und Bahnhofspark sowie eine bessere Beleuchtung. Die Polizei beurteilt eine Videoüberwachung dort als sinnvoll. Die Stadt bereitet daher in enger Abstimmung mit der Polizei und den ÖBB die bauliche Installation von Videoüberwachung vor und wird im kommenden Budget dafür auch entsprechende Mittel einplanen. Die Überwachung soll dann – wie bereits etwa auch in der Altstadt – durch die Polizei erfolgen.

Alk-Verbot ab 1. März 2027
Auch ein Alkoholverbot für Bahnhofsgebäude, Vorplatz und Bahnhofspark wurde intensiv besprochen. Dieses soll jedenfalls mit sozialarbeiterischen Begleitmaßnahmen verbunden werden und in laufender Abstimmung mit den ÖBB voraussichtlich am 1.3.2027 in Kraft treten, um die entsprechenden umfassenden Begleitmaßnahmen vorbereiten zu können. Als Möglichkeit werden ein Tageszentrum in fußläufiger Nähe sowie verstärkte Streetwork-Angebote und ein „Parkläufersystem“ genannt. Für die Einführung und Kontrolle des Alkoholverbots im Bahnhofsgebäude sind die ÖBB zuständig, für den Bereich vor und rund um den Hauptbahnhof wird die Bezirksverwaltungsbehörde eine ortspolizeiliche Verordnung zur Beschlussfassung im Gemeinderat vorbereiten. Die Einhaltung des Alkoholverbotes wird vom Ordnungsdienst kontrolliert werden.

Auch Videoüberwachung kommt
FP-Sicherheitsstadtrat Michael Raml: „Die Stadt leistet mit einem umfangreichen Sicherheitspaket einen wichtigen Beitrag: vor dem Bahnhof wird ein Alkoholverbot umgesetzt und Videoüberwachung installiert. Zudem wurden bereits mobile Sicherheitssperren angekauft und die Beleuchtung erweitert. Um auch die Suchtproblematik weiter zu entschärfen, wird die Stadt an das Land Oberösterreich herantreten und eine gemeinsame Sucht- und Präventionsstrategie vorschlagen. Auch der Bund soll seinen Beitrag leisten, indem unsere Stadt mehr Polizisten bekommt, die für Präsenz an Brennpunkten und konsequente Kontrollen sorgen können.“

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