Zweiter Spieltag der UEFA Europa League. Der FC Red Bull Salzburg empfängt die AC Milan, wir berichten ab 18.45 Uhr live – siehe Ticker unten.
Hier der Liveticker:
Im 16. Pflichtspiel unter Trainer Danny Röhl steht die Ungeschlagenheit von Red Bull Salzburg in der laufenden Saison vor der voraussichtlich härtesten Prüfung. Mit AC Milan gastiert ein Klub mit schillerndem Namen und Geschichte beim derzeitigen Zweiten der Fußball-Bundesliga zum Europa-League-Duell. Die Salzburger rechnen sich gegen die „Rossoneri“ durchaus etwas aus und haben die drei Punkte vom Auftakt-1:0 bei Lewski Sofia als Antriebsfeder.
„Wir wollen mutig auftreten. Was wir in den letzten 15 Spielen gemacht haben, wollen wir noch besser machen“, sagte Röhl am Mittwoch beim Medientermin zum Spiel. „Wir werden in einer anderen Rolle agieren als meistens in der Bundesliga. Dann werden wir schon versuchen, den Gegner vor Aufgaben zu stellen.“ Freilich gebe es viel Respekt, Angst zu haben sei aber nicht angebracht. „Es wird eine große Aufgabe, aber mit drei Punkten im Gepäck, das macht die Vorfreude umso größer.“
Es gelte, fehlerfrei zu spielen, betonte Röhl. „International werden die kleinen Fehler relativ schnell bestraft. Milan hat eine gute Mannschaft mit viel Qualität, hat viel Erfahrung.“ Daher müsse eine perfekte Leistung abgerufen werden. Röhl: „Unangenehm gegen den Ball, sehr gut organisiert sein, im richtigen Moment unsere Stärken einbringen. Wenn wir das können, hat auch Milan hin und wieder Probleme.“ Haris Tabakovic will versuchen, seinen Teil dazu beizutragen: „Ich will unangenehm sein.“
Tabakovic will wieder zur Stelle sein
Der Auftakt in die Gruppenphase ist bereits vier Wochen und damit ungewöhnlich lange her, mit dem langen Länderspielfenster aber erklärbar. Den Siegestreffer beim bulgarischen Meister erzielte Tabakovic. Der Stürmer fiebert dem anstehenden Duell entgegen: „AC Milan ist einer der größten Klubs in ganz Europa, der Welt. Die Vorfreude ist riesig. Man muss schon sagen, es ist ein echtes Highlight. Wir sollten uns aber auf uns konzentrieren und mit Selbstvertrauen rausgehen.“
Der Marktwert spricht mit einem Betrag von 500 Millionen Euro klar für die Gäste, die Salzburger kommen mit 130 Millionen Euro auf nur ein gutes Viertel davon. Freilich sind die Mailänder nach der 0:2-Auftaktniederlage daheim gegen Benfica Lissabon im Streben um das Weiterkommen schon unter einem gewissen Zugzwang. In der italienischen Serie A lief es mit je drei Siegen und Remis auch noch nicht ganz perfekt, die zwölf Punkte daraus reichen aktuell nur zu Rang fünf.
Salzburg gegen Milan gab es vor vier Jahren in der noch anders gestalteten Gruppenphase der Champions League. Einem 1:1 zum Auftakt in Salzburg folgte zwei Monate später ein 0:4 in Mailand, was die „Bullen“ in die Europa League beförderte. Damals agierte aufseiten Salzburgs u.a. Strahinja Pavlovic, der serbische Innenverteidiger wechselte im Sommer 2024 zu Milan und bekommt es nun also mit seinem Ex-Klub zu tun. Gecoacht wird Milan seit Sommer von Ruben Amorim.
Amorim soll Milan den Erfolg zurückbringen
Der Portugiese soll den Verein wieder in die Erfolgsspur führen. Auch die vergangene Saison hatte nicht den hohen Ansprüchen der Klub-Verantwortlichen und der Fans entsprochen, das zeigt allein das Verpassen der Champions-League-Ränge. Neben Cheftrainer Massimiliano Allegri mussten auch der Geschäftsführer, der Sportdirektor und der technische Direktor der Mailänder gehen. Oliver Glasner galt als Kandidat für den Trainerposten, ehe Amorim dem Oberösterreicher vorgezogen wurde.
Röhl sieht das Abschneiden des Gegners in der noch jungen Serie A eher positiv: „Sie sind noch ungeschlagen. Gegen Benfica haben sie es sich sicher anders vorgestellt, aber es war ein Topspiel.“ Ein wie von Milan im Sommer durchgeführter Umbau dauere eben seine Zeit. „Du brauchst Erfahrungswerte. Sie haben begonnen, mit der Dreierkette aufzubauen. Jetzt haben sie schon angepasst, aus der Dreier- eine Viererkette werden zu lassen.“ Team und Trainer müssten sich erst aufeinander einstellen.
Milan holte vier Meistercup- und drei Champions-League-Titel, ist 19-facher italienischer Meister und schnappte sich auch einmal den Klub-WM-Titel. In die glorreiche Zeit fiel die Saison 1994/95, als es in der Champions League bis ins in Wien gegen Ajax Amsterdam mit 0:1 verlorene Finale ging. Auf dem Weg dahin wurde der damalige Verein SV Austria Salzburg daheim mit 3:0 besiegt, nach einem Flaschenwurf gegen Torhüter Otto Konrad aber erst durch eine strittige Entscheidung am grünen Tisch.
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