Vogelgrippe

Schweiz: Erstmals H5N1-Virus nachgewiesen

Ausland
26.02.2006 14:41
Die Vogelgrippe hat nach Angaben der Regierung in Bern auch die Schweiz erreicht. In der Region Genf und in Stein am Rhein am Bodensee habe es positive Tests gegeben, teilte ein Regierungssprecher am Sonntag mit. Damit ist das H5N1-Virus schon in neun Ländern Europas nachgewiesen worden.

Das Vogelgrippevirus H5N1 ist seit 11. Februar 2006 auch auf dem Gebiet der Europäischen Union präsent. In Frankreich wütete das Virus bereits in einem Geflügelbestand. Ansonsten wurde der gefährliche Erreger in der EU bis Sonntag nur in Wildvögel registriert. Der erste H5N1-Fall wurde in Italien festgestellt. In der Schweiz, die bekanntlich kein EU-Land ist, wurde das Virus erstmals am Sonntag (26. Februar) nachgewiesen.

DEUTSCHLAND
Am 14. Februar 2006 wird das Virus mit einem ersten Schnelltest bei verendeten Schwänen von der Ostseeinsel Rügen nachgewiesen. Bis Sonntag wird der Erreger bei mehr als 120 gestorbenen Wildvögeln in Deutschland registriert. Experten gehen jedoch von einer weit höheren Zahl von infizierten Tieren aus, weil etwa das Friedrich-Loeffler-Institut sich nach eigenen Angaben nun auf die Untersuchung von Vögeln auf dem Festland konzentriert. Dass Schwäne auf Rügen infiziert sind, sei nun genügend bekannt.

FRANKREICH
Das Referenzlabor der nationalen Behörde für Lebensmittelsicherheit (AFSSA) weist das Virus am 18. Februar 2006 in einer Wildente nach, die im östlichen Département Ain tot aufgefundenen wurde. In Ostfrankreich tötete das Virus im Februar 400 Puten in einem Zuchtbetrieb - dem ersten betroffenen in der EU.

GRIECHENLAND
Das Virus H5N1 wird am 11. Februar 2006 in Griechenland bei drei toten Schwänen nachgewiesen. Es folgten weitere Nachweise in toten Vögeln, unter anderem in einer Wildgans.

ITALIEN
Am 11. Februar 2006 teilen italienische Behörden mit, dass zwei tote Schwäne von dem Erreger H5N1 befallen waren. Inzwischen hat Italien das Virus unter anderem auch in einer Wildente und einem Bussard registriert.

ÖSTERREICH
Das amtliche österreichische Gesundheitslabor AGES weist am 13. Februar 2006 bei zwei in der Steiermark entdeckten toten Schwänen das Vogelgrippevirus H5N1 nach.

SLOWAKEI
Die Regierung bestätigt am 23. Februar 2006 H5N1- Infektionen bei einem nahe Bratislava gefundenen Wanderfalken und einem in der Hauptstadt gefundenen Weißhaubentaucher.

SLOWENIEN
Slowenische Behörden stellen H5N1 erstmals am 13. Februar bei einem toten Schwan nahe der Grenze zu Österreich fest.

UNGARN
Die Regierung gibt am 21. Februar bekannt, dass in Gewebeproben von drei verendeten Schwänen H5N1 nachgewiesen wurde.

Großbritannien gilt bislang nicht als Vogelgrippeland. Das H5N1-Virus war zwar bei taiwanesischen Finken entdeckt worden, die Tiere verließen die Isolierstation jedoch nicht.

Kein Grund zur Panik
Experten befürchten, dass sich der Erreger H5N1 sich so verändern könnte, dass er sich auch von Mensch zu Menschen überträgt und so eine weltweite Epidemie mit Millionen Toten auslösen könnte. Seit Ende 2003 sind rund 170 Infektionen beim Menschen bekannt geworden, 92 davon starben. Bei einem informellen Treffen am Freitag in der Wiener Hofburg sagten die Gesundheitsminister der 25 EU-Mitgliedstaaten sowie Vertreter von Gesundheitsorganisationen, es bestehe kein Grund zur Panik - "aber wir müssen alle denkbaren Vorkehrungen treffen, damit sich die Geflügelpest nicht ausbreitet", brachte es EU-Kommissar Marcos Kyprianou auf den Punkt.

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