Nach dem Tod ihrer Kollegin Anna Nowak dreht Kommissarin Mila Şahin am Rad. Um den Fall aufklären zu können, braucht sie die Hilfe ihrer Kollegin Krieger (20.15 Uhr, ORF 2).
Zugegeben – für den ersten „Tatort“ des neuen Kiel-Gespanns brauchte man letzte Woche einen langen Atem und musste über so manche Logiklücken hinwegsehen. Nach „Unter Freunden“ folgt heute Abend der zweite Teil, „Unter Feinden“, und man fragt sich am Ende abermals, warum man die zuweilen dünne Handlungssuppe unbedingt auf zwei Teile hinausstrecken musste. Wohl nicht um das neue Kieler Team vorzustellen, denn von Polizeipsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) hat man im ersten Teil kaum was mitbekommen, außer andauernde Animositäten mit der vom Leben in alle Richtungen gebeutelten Hauptkommissarin Şahin (Almila Bagriacik).
Im zweiten Teil müssen sich die zwei ungleichen Persönlichkeiten endgültig zusammenraufen, geht es doch darum, den tragischen Tod von Şahins Kollegin und Freundin Anna Nowak (Lilith Stangenberg) aufzuklären und das Korruptionsnetzwerk rund um das angebliche Vorzeigeunternehmen Prometheus zu durchleuchten. Dort führten Geldwäscheaktivitäten von Viola (Sarah Hostettler) und Oskar Berger (Pascal Houdus) mit dem gefährlichen Mafia-Boss Luca Pelosi (Fabrizio Romagnoli) zu Ungereimtheiten.
Nach dem Tod von Mitarbeiterin Francesca Polidoro (Julia Goldberg) tritt Schwester Chiara (Romina Küper) vor der Kieler Polizeistation in Hungerstreik, weil sie den Mordfall geklärt wissen möchte. Währenddessen verliert Şahin die Geduld und konfrontiert den dubiosen Kollegen Jan Kuper (Sven Schelka) ohne offiziellen Dienstauftrag. Das kulminiert in einen atemberaubenden Showdown, der für so manch schräge Plotlücken entschädigt.
Hätte man die Handlung der beiden neuen Kieler „Tatort“-Folgen gestrafft und in einen abendfüllenden Film gepresst, würde einem als Zuseher viel Langeweile und Ärger erspart geblieben sein. Die Spannung am Ende täuscht aber viel hinweg, aber hier noch sehr viel Luft nach oben ...
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