Hollywood steht nach dem Tod von RJ Mitte unter Schock: Der Star aus „Breaking Bad“ starb im Alter von nur 34 Jahren. Seinem tragischen Tod geht eine tieftraurige Lebensgeschichte voran.
Für seine Rolle des Walter White Jr. in der Kultserie „Breaking Bad“ wurde RJ Mitte gefeiert, von seinen Serien-Kollegen – allen voran Bryan Cranston – geliebt. Doch das Leben legte dem jungen Schauspieler von Anfang an viele Hindernisse in den Weg.
„Aus dem Mutterleib geholt und weitergereicht“
Denn Mitte war mit der Bewegungsstörung Zerebralparese zur Welt gekommen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen, die mit Bewegungsstörungen und Muskelsteife (Spastik) einhergehen. Sie wird durch Schädigungen oder Fehlbildungen des Gehirns verursacht.
Neben seinen gesundheitlichen Einschränkungen musste Mitte auch mit einer familiären Tragödie klarkommen: Seine leibliche Mutter hatte der Schauspieler nämlich nie kennengelernt. „Sie haben mich aus dem Mutterleib geholt und mich weitergereicht“, zitierte der „Sydney Morning Herald“ Mitte in einem Artikel von 2015.
„Sie lieben dich nicht“
Seine Adoptiveltern Roy Frank Jr. und Dyna Mitte trennten sich bereits, als RJ erst zwei Monate alt war. Dass er adoptiert worden war, erfuhr Mitte erst Jahre später – im Alter von sechs Jahren von seinem Stiefbruder. „Du bist adoptiert. Sie lieben dich nicht“, habe dieser ihm mitgeteilt, schreibt die „Daily Mail“.
Sein Verhältnis zu seinem Adoptivvater, der wieder heiratete und eine eigene Familie gründete, beschrieb Mitte 2016 als „irgendwie entfremdet“. Der Kontakt beschränke sich auf ein Treffen im Jahr, schilderte der Schauspieler damals.
Doch auf den Rückhalt seiner Adoptivmutter konnte er sich immer verlassen. Und das war Mittes großes Glück im Leben. Denn bereits im Alter von drei Jahren wurde bei RJ Zerebralparese diagnostiziert, die seine Kindheit massiv einschränken sollte.
Kindheit zwischen Beinschienen und Physiotherapien
Aufgrund der Bewegungsstörung musste Mitte zehn Jahre lang Gipsverbände und Beinschienen tragen und schmerzhafte Physiotherapien über sich ergehen lassen, um gehen zu können.
„Ich habe sehr hart dafür gearbeitet, damit ich eine Mobilität habe, wie ich sie jetzt habe. Aber bei vielen Menschen sehe ich, dass sie nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie ich“, hatte Mitte, der seine Karriere in Hollywood nutzte, um sich für Menschen mit Behinderung einzusetzen, erst im vergangenen Jahr gesagt.
Von Mitschülern gemobbt
Seine Adoptivmutter war in dieser Zeit Mittes größte Stütze. „Ich wollte nie, dass er das Gefühl hat, etwas nicht tun zu können“, erklärte sie einmal. „Wenn er nach Hause kam und sagte: ,Ich kann kein Football spielen‘, sagte ich: ,Lass uns in den Garten gehen und schauen, was wir machen können. Vielleicht finden wir einen anderen Weg, es zu spielen.‘“
Doch trotz der unendlichen Liebe seiner Mutter war die Schulzeit für Mitte alles andere als leicht. In einem Interview erinnerte sich der „Breaking Bad“-Star, dass er durch die Hölle ging, weil er von Mitschülern gemobbt wurde – sie brachen ihm sogar die Hand und würgten ihn bei gewalttätigen Übergriffen.
„Mein Leben meiner Mutter und Schwester gewidmet“
Neben dem Mobbing in der Schule musste sich Mitte auch um die Pflege seiner Mutter, die nach einem Autounfall sechs Jahre lang teilweise gelähmt war und ihren Job verloren hatte, kümmern. Außerdem übernahm er schon mit zwölf Jahren Verantwortung für seine kleine Stiefschwester Lacianne, die seine Adoptivmutter Dyna kurz vor dem Unfall zur Welt gebracht hatte.
„Ich habe Rasen gemäht, Dinge eingesammelt und sie irgendwohin gebracht. Ich habe alles getan, um irgendwie Geld aufzutreiben“, erinnerte sich Mitte später in einem Interview. „Ich habe mein Leben meiner Mutter und meiner Schwester gewidmet und kümmere mich auch heute noch um sie.
Schauspielerei war gar nicht Mittes „Plan“
Durch einen Umzug nach Los Angeles sollte sich Mittes Leben schließlich von Grund auf ändern. Dabei sei die Schauspielerei ursprünglich gar nicht sein „Plan“ gewesen, sagte Mitte noch kürzlich in einem Podcast, wie CNN berichtet. Doch darin habe er seine „Leidenschaft“ gefunden.
Sein erstes Vorsprechen galt demnach einem öffentlichen Informationsspot des US-Bundesstaates Kalifornien – „einem Anti-Meth-Werbespot“, wie er sich Anfang des Monats im „Joe Vulpis Podcast“ des gleichnamigen Internet-Influencers erinnerte. Dabei habe er auf die Ironie der Situation hingewiesen, da sein großer Durchbruch schließlich in „Breaking Bad“ erfolgte – einer Serie, in der ein Lehrer beginnt, Drogen herzustellen und zu verkaufen.
Sein Glück hatte RJ Mitte mit Kennedy Suarez gefunden: Im letzten Jahr feierte der Schauspieler mit seiner langjährigen Freundin Verlobung. Vor den Altar sollte es das Paar jedoch nicht schaffen.
Hier sehen Sie gemeinsame Fotos von RJ Mitte mit seiner Verlobten:
Cranston trauert um Seriensohn
Nach Mittes tragischem Suizid zeigte sich sein Serienvater Bryan Cranston in einem Post auf Instagram tief erschüttert. „Ich bin zutiefst verzweifelt“, schrieb der Schauspieler: „Ich lernte ihn kennen, als er erst 14 Jahre alt war und für die Rolle des Walter White Jr. gecastet wurde – eine Rolle, die er mit so viel Freude und Begeisterung spielte.“
Und weiter: „Er wurde mit einer zerebralen Lähmung geboren, doch er hat diese Herausforderung niemals – wirklich niemals – als Ausrede für irgendetwas herangezogen.“ Er habe ihn geliebt und es sehr genossen, all die Jahre während der Serie mit ihm zusammen zu sein. „Ich werde dich vermissen, Sohn.“
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