Die Mietpreise sind in Österreich im Schnitt um sechs Prozent gestiegen. Einen Vorteil haben jene, die im gemeinnützigen Wohnbau leben: Pro Haushalt fallen die Kosten um 228 Euro oder 25 Prozent geringer aus als am privaten Wohnungsmarkt. Allerdings wird deutlich weniger gebaut als im langjährigen Durchschnitt.
Wer in einer Wohnung eines gemeinnützigen Trägers wohnt, hat Glück: „Die Mieten fallen rund 228 Euro pro Haushalt und Monat niedriger aus als am privaten Markt“, sagt Michael Klien vom Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo, der die Zahlen im Auftrag der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GVB) erhoben hat. Insgesamt ergab sich so eine Summe von 1,9 Milliarden Euro, die sich die Österreicher sparen. „Im Vergleich zum Jahr 2019 ist das deutlich höher.“ Damals lag der Effekt bei 1,2 Milliarden Euro.
Der Grund? Die privaten Mieten sind seit 2019 um 32 Prozent gestiegen, jene in den Gemeinnützigen aber nur um 23 Prozent, wodurch der Mietvorteil pro Quadratmeter von 2,20 Euro auf 3,40 Euro gestiegen ist.
Auch private Mieten sinken
„Es gibt aber auch einen Effekt auf private Mieten“, sagt Klien. „Je größer der Anteil an gemeinnützigen Wohneinheiten, desto mehr drückt das die privaten Preise“, sagt Klien. Zehn Prozent mehr Anteil an Gemeinnützigen bedeute 0,30 Euro weniger pro Quadratmeter für private Mieter. Regional gibt es große Unterschiede. „Vorarlberg und Tirol sind sehr unterdurchschnittlich. Es gibt ein starkes Ost-West-Gefälle.“ Dort geht die Schere auch besonders weit auf. In Tirol sind die Mieten um 5 Prozent günstiger als am privaten Wohnungsmarkt, in Wien um 4,7 Prozent.
Und auch die öffentliche Hand profitiert, wie Klien vorrechnet: 278 Millionen Euro Entlastung bei Wohnbeihilfe und Sozialhilfe stehen 200 Millionen Euro gegenüber, die der Sektor durch die Befreiung von der Körperschaftssteuer erhält.
Die Bedeutung des gemeinnützigen Wohnbaus hat deutlich zugenommen. Auch, wenn die Träger gerade weniger bauen, sind sie nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.

Michael Gehbauer, Obmann Verband Gemeinnützige Bauvereinigungen
Bild: Christof Birbaumer
Bauleistung weiter unter langjährigem Schnitt
Also alles gut? Nicht ganz, sagt Verbandsobmann Michael Gehbauer. Denn der gemeinnützige Sektor hat 2025 11.900 Wohneinheiten gebaut, was 40 Prozent weniger als im langjährigen Schnitt ist. „Auch 2026 wird die Bauleistung auf diesem Niveau bleiben“, sagt er. Als Grund nennt er einen Mangel an Grundstücken und lange Verfahren. Die Baupreise hätten sich auf hohem Niveau entspannt.
Isabella Stickler, Bundesobfrau der ARGE Eigenheim, verweist darauf, wie wichtig es sei, Bau und Sanierung von Objekten zu fördern. „Das ist eine strukturelle Maßnahme, die den Menschen Sicherheit gibt.“
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