Sanierung am Flughafen

Giftiger Löschschaum richtete Millionenschaden an

Salzburg
12.10.2026 13:30

Der Flughafen Salzburg hat eine problematische Altlast zu tragen. Jahrzehntelang drangen über giftigen Löschschaum schwer abbaubare Stoffe in das Erdreich ein. Genauer gesagt geht es um die Industrie-Chemikalie PFAS. Seit Jahren laufen Erstmaßnahmen und Vorbereitungen auf die Hauptphase der Sanierung.

Die sogenannte Ewigkeitschemikalie (PFAS) drang, wie mehrfach berichtet, seit den 1960er-Jahren bei vorgeschriebenen Übungen über Löschschaum der Flughafenfeuerwehr in den Boden ein. 2018 wurde dann erstmals bekannt, dass es eine Verunreinigung gibt. Der Einsatz der betroffenen Schäume sei sofort gestoppt worden, wie betont wird. 

Die Sanierung des belasteten Erdreichs kommt jetzt in Phase 2. Daneben läuft die Grundwasserreinigungsanlage aus Phase 1 weiter. „Betroffen ist das Grundwasser, nicht die öffentliche Trinkwasserversorgung“, stellt die Flughafenleitung klar.

Was jetzt genau vorgesehen ist
Rund 50.000 Kubikmeter Erdreich müssen angrenzend zum Terminal 2 nun entfernt werden. Es wird dafür eine U-förmige, rund 25 Meter tiefe Wand aus Dichtbeton ins Erdreich geschlagen, um das unbelastete Grundwasser vorbeizuleiten. Die Bauarbeiten werden sich über die Jahre 2027 bis 2030 ziehen. Die Hauptphase wird 2028 und 2029 in den Monaten April bis Oktober erfolgen. Die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.

Zeit drängt, weil rechtlicher Rahmen fehlt
Um bei der geplanten Terminalerweiterung keine Zeit zu verlieren, wurde auch ein Zwischenlager für kontaminiertes Erdreich gebaut. Die Halle steht bereits, für die gesamte Sanierung wird der Platz aber nicht ausreichen. Die Flughafen-Verantwortlichen richten einmal mehr den dringenden Appell an die Bundesregierung, dass die Deponieverordnung novelliert werden muss. Derzeit gibt es noch keine Grenzwerte für die Lagerung von mit PFAS verunreinigtem Erdreich.

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter ist im Experten-Team des Flughafens. Er betont, dass während der Bauarbeiten für die Anrainer ein Maximum an Entlastung erreicht werden soll. Gearbeitet wird nur werktags von 7 bis 19 Uhr. Ein Ansprechpartner wird bei Beschwerden immer greifbar sein. Anrainer können sich bereits am Montagnachmittag am Terminal 2 informieren. 

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