Italien will aufrüsten
Gefängnisse oft machtlos gegen Drohnen-Schmuggel
Kriminelle Netzwerke nutzen gehäuft Drohnen, um Rauschgift und Mobiltelefone in italienische Haftanstalten zu schmuggeln. Die Gefängnisse stehen vor einem massiven Sicherheitsproblem, sind aber oft machtlos gegen den Einsatz der Fluggeräte. Jetzt wollen sie aufrüsten.
Ein aktueller Fall ereignete sich zuletzt im Gefängnis Neapel Poggioreale. Dort fing die Gefängnispolizei am Samstag eine Drohne ab und stellte Gegenstände sicher.
Unter der Schmuggelware befanden sich 300 Gramm Haschisch sowie ein Smartphone. Das Fluggerät aktivierte sich anschließend erneut und flog davon. Bei einer Durchsuchung im Gefängnis wurden vier Mobiltelefone gefunden, teilte die Gefängnisgewerkschaft Uspp mit.
Überwachung reicht nicht aus
Die Problematik beschränkt sich nicht auf einzelne Vorfälle. Ermittlungen der italienischen Antimafia-Behörden haben bereits Drohnenlieferungen an zahlreiche Haftanstalten dokumentiert. Zu den transportierten Gegenständen gehören neben Mobiltelefonen und SIM-Karten auch Drogen. Die illegalen Kommunikationsgeräte können es Insassen ermöglichen, Kontakte zur Außenwelt aufrechtzuerhalten und möglicherweise kriminelle Aktivitäten aus der Haft heraus zu koordinieren.
Besonders problematisch ist die technische Entwicklung der Fluggeräte. Herkömmliche Überwachungsmaßnahmen reichen nicht in jedem Fall aus, um Drohnen rechtzeitig zu erkennen und ihre Lieferungen zu verhindern, warnen die Behörden. Selbst wenn die transportierte Ware sichergestellt wird, kann das Fluggerät entkommen. Die Identifizierung der Verantwortlichen bleibt damit eine zusätzliche Herausforderung für die Ermittler.
Verwaltung setzt auf Antidrohnen-Systeme
Gefängnisverwaltung will mehr technisches Equipment
Die Gefängnisverwaltung setzt deshalb verstärkt auf technische Überwachung und Antidrohnen-Systeme. Dazu gehören Sensoren und Kameras zur Erkennung verdächtiger Flugbewegungen. Parallel dazu müssen Ermittlungen klären, wer die Drohnen steuert, die Lieferungen organisiert und die verbotenen Gegenstände innerhalb der Haftanstalten in Empfang nimmt.
Die Polizeigewerkschaft fordert zudem eine Verstärkung der personellen Ausstattung. Für das Gefängnis Poggioreale verweist die Gewerkschaft auf rund 2300 Insassen und einen erheblichen Personalmangel. Nach ihrer Einschätzung müssen zusätzliche technische Sicherheitsmaßnahmen mit einer Aufstockung des Personals einhergehen, um den neuen Schmuggelmethoden wirksam begegnen zu können.

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