Blauer Samstag in Stadl-Paura: In einem vollen Festzelt gaben Freiheitliche die Marschrichtung für die Landtagswahl 2027 vor. Und es war schnell klar: Mangelndes Selbstvertrauen kann man Herbert Kickl und Manfred Haimbuchner ganz sicher nicht vorwerfen.
Wer am Samstagnachmittag die Freiheitlichen Herbert Kickl und Manfred Haimbuchner in Stadl-Paura sehen wollte, musste zunächst einmal gut zu Fuß sein. Vom Parkplatz bis zum Festzelt mitten in der Stadtgemeinde im Heimatbezirk von OÖ-Parteichef Manfred Haimbuchner waren es 600 Meter, die es zu marschieren galt.
Wer das geschafft hatte, bekam das präsentiert, was die Blauen seit jeher versprechen: laut sein, gegen alles sein, alles besser machen wollen. Aber wie sieht sich die FPÖ angesichts der Krise bei der Regierungspartei SPÖ? Das Selbstbewusstsein könnte aktuell größer nicht sein.
Gute Umfragewerte
In Umfragen liegt die FPÖ sowohl im Bund als auch im Land auf Platz eins. Der Beifall der blauen Anhänger im Zelt passt dazu. Ein Jahr vor der Landtagswahl in Oberösterreich ist die Marschrichtung formuliert: „Unser Ziel ist klar: stärkste Kraft in Oberösterreich. Und wer die stärkste Kraft ist, der stellt den Landeshauptmann“, ruft Haimbuchner seinen Anhängern zu. Auch Kickl gibt die Richtung vor: „Wir wollen den Spieß umdrehen und nach dem Vorbild der Steiermark auch in Oberösterreich die stärkste Kraft werden.“
Im blauen Universum wird bereits regiert
Haimbuchner sieht sich jedenfalls schon jetzt wie sein steirischer Parteifreund Mario Kunasek als Landeshauptmann, Herbert Kickl als Bundeskanzler. Der Chef der Freiheitlichen hat die Nationalratswahl 2024 zwar gewonnen, sitzt aber bekanntlich nicht in der Regierung. Das soll sich im blauen Universum aber ändern. Bei der nächsten Wahl will er die derzeitigen Regierungsparteien aus ihren Ämtern „hinausgekickelt“ sehen. „Dann hat es sich ausgeampelt“, ruft er kräftig ins Bierzelt. Der Beifall ist laut. An der Stimmung wird es sicher nicht scheitern.
Was hat es mit dem bunten VW-Käfer auf sich?
Das Kennzeichen Wels-Land verrät es: Der blau-rot-weiße VW-Käfer, der zuletzt immer wieder bei Veranstaltungen der Freiheitlichen zu sehen war, ist eine „Erfindung“ aus Oberösterreich. Der Oldtimer gehört nämlich FPÖ-Landeschef und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner, der das Gefährt auf eigene Kosten restaurieren und in den Parteifarben lackieren ließ. Seinen ersten großen Auftritt hatte der bunte Käfer am 1. Mai beim Urfahranermarkt in Linz. Mittlerweile ist er aus dem Fuhrpark der Freiheitlichen kaum noch wegzudenken.
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