Nach schwerem Unfall

Plasmaspender auf ewig: „Will etwas zurückgeben“

Steiermark
08.10.2026 16:05

Gerald Weigl überlebte einen Unfall mit schweren Verbrennungen nur dank zig Plasmatransfusionen. „Solange ich spenden kann, will ich zurückgeben, was ich bekommen habe“, sagt er. Sein „Stammlokal“ im Grazer Citypark feiert heuer das 30-jährige Bestehen.

Gerald Weigl war Straßenbahnfahrer in Graz, als er zum Plasmaspenden kam. Auf Plakaten in der Bim wurde dafür geworben – und er suchte nach einem Zeitvertreib während seiner Stehzeiten. Dass seine Spende lebensrettend sein kann, erfuhr er erst 20 Jahre später. Und zwar am eigenen Leib: Bei einem Unfall erlitt Weigl schwere Verbrennungen und musste sich 16 Hauttransplantationen unterziehen. Dafür waren Tausende Liter Blutplasma notwendig.

Heute sitzt Weigl (53) wieder frohen Mutes im BioLife Plasmazentrum im Citypark. An diesem Tag anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Grazer Standorts, aber auch ansonsten mindestens einmal pro Woche. „Nicht mehr aus Zeitvertreib oder für Geld. Solange ich spenden kann, will ich zurückgeben, was ich bekommen habe“, sagt er.

Heute spende ich fünfmal pro Monat als Dankeschön.

Gerald Weigl

Plasmaspender

Fast genauso lange stellt auch Martin Moll (65) sein Blut zur Verfügung. Auch er bringt eine interessante Geschichte mit: Ihn überredete der Kabarettist Markus Hirtler, der damals im Plasmazentrum jobbte und dort die Besucher unterhielt, zum ersten Besuch. „Inzwischen ist schon fast ein Vierteljahrhundert vergangen“, schmunzelt Moll.

10.600 Arbeitsplätze
Ihre Spenden kann das Pharmaunternehmen Takeda, das hinter BioLife steckt, gut gebrauchen. Allein in Österreich werden jährlich sieben Millionen Liter Plasma für Medikamente oder in der Akutmedizin eingesetzt, das sind zwölf Prozent der weltweiten Kapazität. Daran hängen etwa 10.600 heimische Arbeitsplätze, erklärt Katrin Gutmann, verantwortlich für die Region Süd.

Die beiden langjährigen Spender mit Harald Tengg (links) und Katrin Gutmann von BioLife
Die beiden langjährigen Spender mit Harald Tengg (links) und Katrin Gutmann von BioLife(Bild: edelundwind)

Allerdings habe die Spendenfrequenz stark abgenommen. Gerade die Hauptspendergruppe, die Studenten, kommt seit der Corona-Zeit nur noch unregelmäßig. Die Spende dauert etwa 45 bis 60 Minuten und ist ähnlich schmerzhaft wie eine Blutabnahme.

Vorab gibt es einen Check bei der Ärztin, Astrid Pötsch-Trinker. Alles läuft unter strengsten Richtlinien ab: „Eine Infektion ist zu 100 Prozent ausgeschlossen“, erklärt die Medizinerin. Spenden darf man 50-mal pro Jahr. Eine Entschädigung von 40 Euro soll dazu animieren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung