Sexarbeiterin gesteht

Verdienen mehr als Minister: „Keine zahlt Steuern“

Österreich
08.10.2026 22:00

Eine Rotlicht-Insiderin erhebt schwere Vorwürfe. Recherchen von „Krone“ und ORF ECO zeigen: Zwischen Gesundheitskarte, Finanz und AMS klaffen Kontrolllücken – und das könnte uns Steuerzahlern teuer zu stehen kommen.

Sie verdient bis zu 11.000 Euro im Monat – und zahlt davon Steuern und Sozialversicherung. Doch genau dafür wird Sexarbeiterin Kim (Name geändert) von ihren Kolleginnen belächelt. Andere würden Einnahmen nämlich verschweigen oder sogar AMS-Geld beziehen und nebenbei arbeiten, behauptet sie. Die „Krone“ ist gemeinsam mit dem ORF auf Recherche gegangen – und siehe da: Im System klaffen tatsächlich Lücken.

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Ich zahle meine Steuern, habe sogar eine Registrierkasse. Und andere lachen mich dafür aus, weil ich alles offiziell mache.

Kim, Sexarbeiterin

„Deckel“ vorhanden – aber ohne Steuernummer
Denn wer eine gültige Gesundheitskarte besitzt, ist noch lange nicht beim Finanzamt oder der Sozialversicherung erfasst. Das bestätigt auch die Berufsvertretung Sexarbeit Österreich (BSÖ): „Ich kann eine Gesundheitskarte besitzen, aber keine Sozialversicherung und keine Steuernummer“, erklärt Yasmin Ulreich, Sozialarbeiterin beim BSÖ. Und das komme auch vor. Dabei gelten Sexarbeiterinnen grundsätzlich als neue Selbstständige und sind deshalb steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Brisant: Auch beim AMS werden Daten nicht automatisch mit dem „Deckel“ abgeglichen. Ob eine Dame aus dem Rotlichtmilieu also Arbeitslosengeld bezieht und nebenbei arbeitet, kann bloß anlassbezogen überprüft werden. Und auch für die Polizei bleibt ein Teil der Branche unsichtbar. Rund 5000 Sexarbeiterinnen seien behördlich bekannt, aber: „Wir gehen von weiteren 1000 bis 2000 Personen aus“, so Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt.

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Seit Corona hat sich vieles in private Wohnungen und auf Online-Plattformen verlagert. Das macht es schwieriger, die Personen wahrzunehmen.

Gerald Tatzgern, Bundeskriminalamt

Das Geschäft hat sich komplett verlagert
Vor der Pandemie sind mehr als 8000 Frauen erfasst worden. Seither hat sich das Geschäft verlagert – und wurde damit für Behörden schwerer greifbar. Wie viel Steuern dem Staat dadurch entgehen, konnte letztlich nicht geklärt werden – der Schaden dürfte beträchtlich sein.

Mehr dazu sehen Sie am 15.10. in der Sendung „ECO“ auf ORF 2.

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