60 Jahre Krebshilfe OÖ

„Wir schauen, wo am meisten der Schuh drückt“

Oberösterreich
11.10.2026 11:20

Gäbe es die Krebshilfe OÖ nicht, so müsste man sie erfinden. Seit 60 Jahren hilft sie betroffenen Landsleuten.  „Wir schauen einfach einmal, wo am meisten der Schuh drückt und versuchen dann auch, gleich schon sehr viel abzudecken“, beschreibt Geschäftsführerin Maria Sauer den Ansatz der Beratungstätigkeit.

Der Krebs macht keine Unterschiede: „Zu uns kommen alle: junge Erwachsene, eine Mutter, die an Brustkrebs erkrankt ist, ein Vater, der einen Gehirntumor hat. Gerade wenn wirklich jemand im jüngeren Alter mit so einer Diagnose auftaucht, ist natürlich die Betroffenheit rundherum noch einmal eine größere“, erzählt Krebshilfe OÖ-Geschäftsführerin Maria Sauer. 

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Wir haben mehrere Programme, wo wir einfach versuchen, die Krebskranken individuell aufzufangen. Wir versuchen auch eine One-Stop-Hilfe zu geben.

Krebshilfe OÖ-Geschäftsfüherin Maria Sauer

Häufige Beratungsthemen sind Sozialrecht, Arbeitsrecht, aber auch Alltagsprobleme wie die richtige Ernährung: „Wir haben oft Diätologie als Thema. Also wir schauen einmal, wo am meisten der Schuh drückt und versuchen dann auch, von Anfang an schon sehr viel abzudecken“, erklärt Sauer.

Zu 95 Prozent durch Spenden finanziert
Die Krebshilfe Oberösterreich ist ein gemeinnütziger, mildtätiger Verein und wird zu  95 Prozent durch Spenden finanziert. Die Leistungsbilanz ist umso beeindruckender: Pro Jahr werden 4500 Beratungen durchgeführt, mehr als 3000 davon sind persönliche Beratungsgespräche. Landesweit gibt es 15 Beratungsstellen. Die meisten Beraterinnen arbeiten auf Werksvertragsbasis für die Krebshilfe.

„Ich weiß eh nicht, ob ich bei Ihnen richtig bin“
„Was wir oft hören beim ersten Anruf ist: ,Ich weiß eh nicht, ob ich bei Ihnen richtig bin.‘ Und unser Satz ist dann: ,Bei uns sind Sie auf alle Fälle richtig. Erzählen Sie mir einmal, was Sache ist, und wir schauen dann, wie wir Ihnen helfen können.‘ Da merkt man richtig, wie die Leute aufatmen, weil es jemanden gibt, der für sie da ist“, sagt Sauer. Solz ist die Managerin auch darauf, dass „ihre“ Krebshilfe unter den Non-Profit-Organisationen die zweitvertrauenswürdigste ist. „Das kommt auch nicht von ungefähr, weil wir keine von den großen sind wie das Rote Kreuz oder so. Wir machen viel richtig für die Leute, die uns brauchen, und Spender können sicher sein, dass ihr Geld dort hinkommt, wo es hingehört.“

Jubiläumsfest

Die Krebshilfe Oberösterreich wird 60. Das Jubiläumsfest findet am kommenden Donnerstag, 15. Oktober, in der Anton Bruckner Universität in Linz statt. Das Programm beginnt um 14 Uhr, der Festakt steigt ab 19 Uhr.

Starkes Engagement bei der Vorbeugung
Das zweite Standbein neben der Beratung ist das starke Engagement Richtung Vorsorge und Früherkennung. Was sind die dominanten Krebsarten? Brustkrebs als das Frauenthema schlechthin mit 7000 Neuerkrankungen in Österreich pro Jahr und Prostata mit 8000 Neuerkrankungen jährlich. Dann Darmkrebs mit 4800 Neuerkrankungen im Jahr, wobei 90 Prozent mit Koloskopieuntersuchugen verhinderbar wären. Ein großes Thema ist auch der Lungenkrebs, wobei es da nicht nur ums Rauchen geht, sondern auch um die neuen Nikotinprodukte.

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