Die missbräuchliche Verwendung von Lachgas kann bei Jugendlichen zu Abhängigkeiten bis hin zu schweren Gesundheitsschäden führen. Der Tiroler Landtag drängt den Bund jetzt zu konkreten Schritten.
Strengere Regeln beim Verkauf von Lachgas forderte die grüne Jugendsprecherin LA Zeliha Arslan bereits im Juni. „Das als Partydroge zweckentfremdete Gas wir immer mehr an unkontrollierten Automaten oder getarnten Geschäften verkauft. Ohne Alterskontrollen und Beschränkungen“, erklärte Arslan und forderte ein Verkaufsverbot an Minderjährige, verpflichtende Alterskontrollen, ein Verbot des Verkaufs über Selbstbedienungsautomaten sowie ein Verbot des Online-Handels mit Lachgas für Konsumzwecke.
Neue Gefahren brauchen zeitgemäße Schutzmechanismen – diese fordern wir beim Lachgas nun vom Bund ein.

VP-Klubobmann Sebastian Kolland
Bild: Tiroler Volkspartei
Kratomtee sorgte zuletzt für Aufsehen
Die schwarz-rote Koalition in Tirol erkannte ebenfalls erhebliches Gefahrenpotenzial und forderte im Zuge des Oktober-Landtags vom Bund österreichweit einheitliche rechtliche Regeln. „Wir erleben dieser Tage neue Gefahren für Jugendliche. Im Fall des 22-jährigen Mannes, der Kratomtee getrunken hatte, oder auch bei Lachgas-Konsumenten – heute gibt es Bedrohungen, die vor wenigen Jahren noch unbekannt waren.
Neue Gefahren brauchen zeitgemäße Schutzmechanismen“, erläuterte VP-Klubobmann Sebastian Kolland. Die missbräuchliche Verwendung von Lachgas könne zu schweren Verletzungen der Atemwege führen. Zudem drohen psychische Abhängigkeiten, Blutarmut oder auch Nerven- und Gehirnschäden.
Dieses Geschäftsmodell nimmt ganz bewusst hohe Risiken für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Kauf.

SP-LA Christian Kovacevic
Bild: Christof Birbaumer
Industrie findet Schlupflöcher
„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Substanzmissbrauch zählt zu den größten Herausforderungen der Gesetzgebung“, sagte SPÖ-Jugendsprecher Christian Kovacevic. „Die Herausforderung liegt einerseits in der enormen Zahl an chemischen oder pflanzlichen Substanzen mit Missbrauchspotenzial, andererseits in der dahinterstehenden Industrie, die es seit jeher versteht, Schlupflöcher auszunutzen – etwa durch die Kennzeichnung als Lebensmittel und ohne Hinweis auf Gefahren.“
Beschränkungen der EU
Dabei könnten sich bald Handlungsspielräume eröffnen, sagt Kovacevic: „Lösungen für ein mögliches Verkaufsverbot werden aktuell auf Bundesebene verhandelt. Außerdem treten ab Februar 2027 erste Beschränkungen der EU in Kraft, die einen unkontrollierten Verkauf an die breite Öffentlichkeit verhindern.“
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