Hausärzte kritisieren

Auch Impfstoff gegen Gürtelrose ist Mangelware

Oberösterreich
04.10.2026 10:00

Wer sich kostenlos impfen lassen möchte, braucht derzeit viel Geduld. Die heimischen Hausärzte sind stinksauer, weil die Bestellung ein virtueller Hürdenlauf ist: „Demütigend und beschämend“.  Das Gesundheitsministerium versucht abzuwiegeln; die Nachfrage nach der Gratis-Impfung sei einfach sehr hoch.

Zuerst fühlt man sich abgeschlagen und müde, es kann zu leichtem Fieber kommen und unter der Haut kribbeln. Brennender oder stechender, mittelstarker bis starker Schmerz, Rötungen mit kleinen Knötchen, juckende Bläschen – die Gürtelrose ist kein Spaß. Für Immunschwache kann sie lebensbedrohlich sein.

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Wir sind wirklich sauer. Es ist unglaublich, wie total beratungsresistent und schlecht organisiert vorgegangen wird. 

Johanna Holzhaider, Ärztekammer OÖ

Seit November des Vorjahres ist die 500 Euro teure Impfung gegen diese Pein für Menschen ab 60 in Österreich kostenlos. Doch ähnlich wie bei der Grippeimpfung- wir berichteten in der Samstagsausgabe – heißt es auch hier: gut, aber aus.

„In 30 Sekunden ausverkauft“
Ein Faktum, das den heimischen Hausärzten die Grausbirnen aufsteigen lässt: „Mit der Verteilung hat es leider überhaupt nicht geklappt. Anfang September sind vom Gesundheitsministerium für Oberösterreich 20.000 Impfdosen zur Verfügung gestellt worden. Man bekommt als Hausarzt keine Vor-Info, der e-Impfshop war gefühlt innerhalb von 30 Sekunden ausverkauft“, ärgert sich Hausärzte-Sprecherin Johann Holzhaider aus Sandl gewaltig: „Ich finde es demütigend und beschämend, dass man es von Seiten des Gesundheitsministeriums nicht schafft, die Verteilung dieser Impfstoffe bessern zu organisieren. Das ist ein schlechtes System.“

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Die Nachfrage nach dem Impfstoff ist enorm. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Früher hat die Gürtelrose-Impfung 500 Euro gekostet.

Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig

Wir baten das Gesundheitsministerium um eine Stellungnahme: „Zum 1. Oktober wurden bundesweit rund 915.000 Dosen Gürtelrose-Impfstoff bereitgestellt. Bei größeren Lieferungen von 100.000 bis 300.000 Dosen – wird zunächst für jede impfende Einrichtung ein Fixkontingent reserviert. Für eine Hausarztordination sind das 30 Dosen. 17 Prozent der Bevölkerung leben in OÖ – und 17 Prozent der bisher verteilten Gürtelrose-Impfstoffe gingen zu uns. Die Antwort von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig: „Von einer Impflotterie kann keine Rede sein.“ Allerdings wird eingeräumt, dass die Nachfrage sehr hoch sei. 

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