Hilfe für Kranke

Zillertaler „Uheber“ mit der ganz besonderen Gabe

Tirol
04.10.2026 09:00

Der „Trieler Seppl“ (71) ist weit über das Zillertal hinaus bekannt. Als „Uheber“ hilft er kranken Menschen auf spezielle Weise. Im Radio-U1-Interview mit Vitus Amor verrät er, wie er das macht.

Wie geht’s da?“ Diese Frage stellt Vitus Amor in seiner Radio-U1-Sendung seit 2024 Tiroler Persönlichkeiten. In Folge 28 ist der Zillertaler Josef Steinberger (71), besser bekannt als „Trieler Seppl“, zu Gast. Er besitzt eine besonderer Gabe: Als „Uheber“, also Handaufleger, hilft er kranken Menschen. Durch Rituale, Gebete und Berührungen lindert er Beschwerden und regt Selbstheilungskräfte an. Die Sendung wird am Dienstag, den 6. Oktober, um 20 Uhr auf Radio U1 Tirol ausgestrahlt. Sie ist auch als Podcast jederzeit abrufbar – Details dazu sind in der Faktenbox rechts zu finden.

Bis zu 30 Anrufe erhält er täglich.
Bis zu 30 Anrufe erhält er täglich.(Bild: Radio U1 Tirol)

„Trieler Seppl“ ist das Jüngste von insgesamt zehn Kindern und hat vor vielen Jahren den elterlichen Bauernhof am Fügenberg übernommen. Von seinem Vater hat er auch die besondere Gabe vererbt bekommen. „Bereits als Schulkind hat er mich herangeführt – weil er gespürt hat, dass das klappen könnte. Und mit rund 12 Jahren habe ich erstmals die Hand aufgelegt“, erinnert sich der 71-Jährige.

„Bis zu 30 Anrufe kommen jeden Tag zusammen“
Menschen, die seine Hilfe benötigen, kommen entweder persönlich bei ihm Zuhause vorbei oder rufen ihn an. „Bis zu 30 Anrufe täglich kommen zusammen“, berichtet er, „und zwar überwiegend unter der Woche. An Sonntagen melden sich die Hilfesuchenden nur, wenn Notfälle vorliegen“.

Zitat Icon

Ich spüre einfach, dass der Mensch nicht mehr gesund ist.

Josef Steinberger (71), besser bekannt als „Trieler Seppl

Um sich den jeweiligen „Patienten“ genau ansehen und begleiten zu können, benötigt der Zillertaler den Vornamen sowie – falls vorhanden – den zweiten Vornamen, den Familiennamen und das Geburtsdatum.

„Das ,Uheben’ hat mit dem Glauben zu tun. Und ich habe meine Gebete, meine Engel und meine armen Seelen für jedes Problem. Sie helfen mir – vor allem beim Blutstillen“, verdeutlicht der „Trieler Seppl“. Was er dabei genau sehe, könne er nicht beschreiben: „Ich spüre einfach, dass der Mensch nicht mehr gesund ist.“ Sogar Ärzte und Krankenschwestern kontaktieren ihn – vor allem, wenn es um innere Organe geht. „Bei mehrstündigen Operationen bitten sie mich darum, zu schauen, dass der Patient so wenig Blut wie möglich verliert“, gibt der Tiroler preis, „das ist für mich körperlich belastend und sehr kräfteraubend. Ich muss mich stets davon etwas erholen“.

„Wie geht‘s da?“
Hier ist die Sendung zu hören

Die Sendung wird am Montag, dem 5. Oktober 2026, um 20 Uhr bei Radio U1 Tirol wiederholt. Zudem kann sie jederzeit auch auf YouTube, Spotify, Apple Podcast sowie auf der Radio-U1-Tirol-Homepage nachgehört werden. Einfach auf den QR-Code klicken.

(Bild: Radio-U1-Tirol)

Gibt es konkrete Beweise dafür, dass das „Uheben“ tatsächlich klappt? „Ja. Ärzte schneiden etwa Warzen bei Menschen weg, diese kommen jedoch nach drei bis fünf Jahren wieder zurück. Aber wenn ich ,uhebe’, bleiben sie für immer fern. Das zeigt, dass auch wir etwas können“, schildert er.

Im Umkreis von zwölf bis 15 Metern spürt der Bergbauer, wenn jemand ein gesundheitliches Problem hat. „Das ist nicht angenehm, es löst Unbehagen in mir aus und ich bekomme sofort Gänsehaut. Meistens muss ich mich dann wegsetzen.“

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