Tierschutzpreis

Silke und ihre „Frida“ sind ein Spitzenteam!

Steiermark
07.10.2026 11:00

Die Grazerin Silke Strasser gehört zu jenen Steirern, die heuer mit dem Tierschutzpreis von Land und „Krone“ ausgezeichnet wurden. So verdient – denn mit ihrer Hündin rührt sie Herzen.

Wer meint, dass Dankbarkeit keine Kategorie ist, in der Tiere denken oder fühlen können – der sollte sich einmal den Blick anschauen, mit dem die ältliche Mischlingsdame „Frida“ ihr Frauerl anschaut – wenn Liebe ein Gesicht hat, ist es das der Hündin.

„Sie hat wohl nie vergessen, dass ich sie damals als Baby von einer Straße in Kroatien gerettet habe“, schmunzelt die Grazer Pädagogin. „Und spürt auch täglich, wie sehr ich sie liebe, dass sie mein Lebensmittelpunkt ist.“

Gemeinsam bei Schulungen
Gemeinsam bei Schulungen(Bild: Christian Jauschowetz)

Die beiden machen meist gemeinsame Sache – und tragen auch gemeinsam dazu bei, dass das Verständnis für Tiere ein größeres wird. Auf vielen Levels: Die Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrerin nimmt ihre Begleiterin auf vier Pfoten mit zum Unterricht, zu Werte- und Orientierungskursen, ins Sprachcafé: „Und da wird vielen erst klar, dass Tierschutz in unserer Kultur ein wichtiger Wert und Baustein unser Gesellschaft ist.“

Sie selbst wohnt im Bezirk Gries mit einem hohen Migrantenanteil. „Und viele haben durch uns überhaupt erst ihre erste Begegnung mit einem Tier. Und da sieht man richtig, wie bei vielen das Herz aufgeht. Wie sie staunen, dass ihr Fell so flauschig ist, die Nase so feucht, wie lieb ,Frida’ ist. Das löst etwas aus.“

Ein Team!
Ein Team!(Bild: Christian Jauschowetz)

Vor allem sei das auch bei Glaubensrichtungen der Fall, die das Tier nicht wertschätzen. „Wir gehen da richtig zu Brennpunktspots im Bezirk. Ich bringe Menschen näher, wie man richtig mit einem Tier umgeht, wie man seine Sprache spricht, dass man davor weder herumfuchtelt noch schreit noch wegrennt.“

Das kann sie übrigens in vier Sprachen tun! Doch es sind beileibe nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund – „es besteht durchaus auch bei gebürtigen Einheimischen Bedarf. Ich spreche die Leute an, mache freundlich auf Missstände aufmerksam.“

Silke und „Frida“ bei der Verleihung des Preises
Silke und „Frida“ bei der Verleihung des Preises(Bild: Christian Jauschowetz)

Nachhaltiger Erfolg ist für sie, wenn ein Hund nicht mehr mit einem unsägliches Würgehalsband keuchend an der Leine hängt, sondern ein Brustgeschirr trägt. Oder ein Halter den Hund schnüffeln lässt, was ganz wichtig für diesen ist, statt ihn sofort weiterzuzerren. Oder Silke erklärt nett, aber bestimmt, dass man einen Hund sicher nicht am Halsband in die Höhe zerrt, sodass er verzweifelt nach Luft ringen muss. Gibt es leider alles.

Freilich, trotz Silkes und „Fridas“ gewinnender Art stößt das Duo bei seinem „Streetdog-Work“ nicht immer nur auf ein freundliches Gegenüber. „95 Prozent reagieren sehr positiv. Aber ich hab schon gehört: ,Ich weiß, wo du wohnst’, oder andere Drohgebärden. Doch ich weiß mit so etwas umzugehen.“ Für sie ist das oberste Priorität: „Der Schutz meines Hundes. Wir waren noch nie in einer Situation, in der es gefährlich für sie geworden wäre, aber ich würde sie grundsätzlich mit meinem Leben schützen.“

„Wir leben in einem Miteinander“
Warum so ein Einsatz? „Wir leben in einem Miteinander, in der jeder für den anderen Verständnis aufbringen muss. Die ,andere Seite’ verstehen muss. Die eine, dass wir Tiere haben, die wir lieben und die wichtig sind für uns. Aber auch die, dass andere vielleicht Angst haben vor Hunden. Diese wird aber genommen, wenn man ein Tier versteht, seine Sprache spricht. Oder auch weiß, wie man ausweicht.“

Da sieht man, welchen Stellenwert Tierschutz hat! Zum Gratulieren kamen Chefredakteur Klaus ...
Da sieht man, welchen Stellenwert Tierschutz hat! Zum Gratulieren kamen Chefredakteur Klaus Herrmann, Moderatorin Kathi Wenusch, Hausherr Gerhard Deutschmann, Landesrat Hannes Amesbauer (v.li.).(Bild: Christian Jauschowetz)

Was ist für sie Erfolg? „Wenn ich sehe, wie Tierliebe geweckt wird – bei Kindern wie auch Erwachsenen. Wenn ich spüre, wie sich die Mensch-Tier-Beziehung merklich gebessert hat. Und wenn auch andere lernen: Tierschutz ist kein Hütchen, das man sich ab und zu aufsetzt. Sondern eine Lebenseinstellung.“

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