Auf die Lauer gelegt

Die Polizei-Falle schnappt zu: Betrüger verhaftet

Kärnten
02.10.2026 17:44

Ein 69-Jähriger aus dem Kärntner Hermagor tappte in die Falle dreister Telefonbetrüger: Die Täter gaben sich als Bankmitarbeiter aus und plünderten sein Konto. Doch als sie auch noch seine Bankomatkarte abholen wollten, schnappte die Polizeifalle zu!

Vor wenigen Tagen läutete bei einem Pensionisten aus dem Bezirk Hermagor das Telefon. Am anderen Ende der Leitung: angebliche Bankmitarbeiter. Die Betrüger spielten dem geschockten Mann vor, dass sein Konto gehackt worden sei und dass sich Kriminelle bereits selbst „bedient“ hätten. Woraufhin sich das Opfer dazu drängen ließ, selbst aktiv zu werden.

Er führte insgesamt vier Überweisungen auf vermeintlich sichere österreichische Konten durch. Insgesamt transferierte der 69-Jährige einen fünfstelligen Eurobetrag! Doch damit hatten die Täter noch nicht genug. Ein falscher Bankmitarbeiter forderte den Pensionisten auf, seine Bankomatkarte samt PIN-Code in einem Versteck vor dem Wohnhaus zu hinterlegen.

Extra von Wien angereist
Spätestens zu diesem Zeitpunkt schöpfte das Betrugsopfer dann doch Verdacht und schlug bei der Polizei Hermagor Alarm. Woraufhin die Ermittler den Kriminellen im Zusammenspiel mit dem Opfer eine Falle stellten und sich in Folge im Nahbereich des Hauses auf die Lauer legten. Mit Erfolg: Als die Täter gegen 2 Uhr früh die Karte abholen wollten, klickten die Handschellen!

Vier Verdächtige im Alter von 20 und 21 Jahren – allesamt wohnhaft in Wien – wurden abgeführt und in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert. Einem weiteren Komplizen gelang jedoch die Flucht. Eine umgehend eingeleitete Großfahndung verlief bislang negativ.

Selbe Masche, selbe Bande?
In Villach war eine Pensionistin nur einen Tag nach dem erfolgreichen Polizeischlag in die selbe Falle getappt. Auch die 68-Jährige wurde telefonisch darüber informiert, dass ihr Konto angeblich gehackt, von Kriminellen geplündert worden sei und ihre sowie die Bankomatkarte ihres Mannes dringend abgeholt werden müssten.

Tatsächlich klingelte es nur wenige Stunden später an ihrer Tür – und das ahnungslose Opfer übergab einem angeblichen Bankmitarbeiter die beiden Karten. Dass sie Betrügern in die Falle getappt ist, erfuhr sie erst am nächsten Tag bei ihrer Hausbank. Auch sie verlor mehrere tausend Euro. Ob es sich bei beiden Betrugsfällen um ein und dieselbe Bande handelte, ist noch unklar. Die Ermittlungen diesbezüglich laufen.

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