Anrainer verärgert

Zwei alte Linden sind nicht mehr zu finden

Salzburg
03.10.2026 05:59

Anrainer der Purtschellergasse in der Stadt Salzburg ärgern sich: Ihnen wurde versprochen, dass zwei große alte Linden trotz eines Bauprojekts erhalten bleiben. Nun sind die mehr als 20 Meter hohen Bäume gefällt – und die Anrainer fühlen sich von den Verantwortlichen übergangen.

Karin Falkensteiner war völlig überrascht: „Ich sagte zu meinem Freund, dass ich hier plötzlich Häuser sehe, die ich sonst nicht sehe. Dann wurde mir bewusst: Die Linden sind ja weg.“ In der Purtschellergasse im Salzburger Stadtteil Elisabeth-Vorstadt entsteht derzeit ein neues Luxus-Wohnprojekt. Für gehörigen Unmut sorgt bei den Anrainern die Fällung zweier großer Linden auf dem Baugrundstück. Laut eigenen Angaben war ihnen seitens der Eigentümer zugesichert worden, dass die Bäume erhalten bleiben.

Beide Linden waren mehr als 20 Meter hoch mit 80 Zentimeter dicken Stämmen. Die Ersatzbäume ...
Beide Linden waren mehr als 20 Meter hoch mit 80 Zentimeter dicken Stämmen. Die Ersatzbäume werden nur noch die halbe Größe haben.(Bild: zVg)

Auch in Rücksprache mit dem zuständigen Baumschutzverantwortlichen des Magistrates erhielt man die Auskunft, dass die alten Schattenspender im Bauplan enthalten seien. Die Linden sind jetzt trotzdem weg.

Das Bauprojekt in der Purtschellergasse im Salzburger Stadtteil Elisabeth-Vorstadt
Das Bauprojekt in der Purtschellergasse im Salzburger Stadtteil Elisabeth-Vorstadt(Bild: Markus Tschepp)

Falkensteiner stört insbesondere, dass die Anrainer nicht darüber informiert worden seien. Gemeinsam stellen die Nachbarn fest: „Auf die Frage, warum der Neubau nicht in der Häuserflucht gebaut wird, kam als Antwort, dass dies sei, weil die alten Bäume erhalten bleiben müssen.“ Somit steht der Neubau nicht in einer Linie mit den bestehenden Gebäuden, obwohl dies nur aufgrund der Linden genehmigt wurde.

Ersatzbäume nur halb so mächtig
Auch Karin Kastner-Lindenthaler wohnt direkt gegenüber der Baustelle und übt Kritik: „Es tut weh in Zeiten der Klimakrise.“ Sie ärgert, dass die Genehmigung des Magistrates mit den Bäumen erteilt wurde, aber im Nachhinein die Ausnahme mit Ersatzpflanzungen bewilligt wurde. Dieser Ersatz sollen zwei neue Bäume mit einem Stammumfang von 40 Zentimetern sein. Die gefällten Linden hatten aber einen Umfang von 80 Zentimetern. Nur ein schwacher Ersatz, so die Anrainer.

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