Die Obdachlosigkeit ist in der Stadt Salzburg erneut gestiegen: Laut aktueller Wohnbedarfserhebung im Oktober 2025 waren 524 Personen obdachlos, ein Jahr zuvor waren es 416 Personen gewesen. „Die Wohnungsnot ist in Salzburg weiterhin auf hohem Niveau, bei der Obdachlosigkeit gibt es zwei Jahre in Folge historische Höchstwerte“, sagt Sozialarbeiter Peter Linhuber.
Zusätzlich müsse man von einer hohen Dunkelziffer bei unsicheren Wohnsituationen ausgehen. Gerade bei Frauen sowie Kindern und Jugendlichen gebe es viel versteckte Wohnungsnot, die in Erhebungen schwer erfasst werden könne, sagte Linhuber. Das Forum Wohnungslosenhilfe Salzburg, dem zahlreiche Einrichtungen wie Caritas, Diakonie, VinziDach, Soziale Arbeit GmbH, Frauentreffpunkt oder Kinder- und Jugendanwaltschaft angehören, führt diese Erhebung seit 1995 jedes Jahr im Oktober in der Stadt Salzburg durch. Seit 2016 gibt es die Untersuchung auch für das Land Salzburg.
Ein strukturelles Problem
„Wohnungslosigkeit ist kein Naturgesetz“, sagt Petra Geschwendtner von der Soziale Arbeit GmbH. Es sei oft ein strukturelles Problem. Das Forum Wohnungslosenhilfe hat deshalb ein Grundsatzpapier verfasst, um den Fokus auf jene Maßnahmen zu legen, wie sich Wohnungsnot verhindern ließe. Ein sicheres Zuhause sei die Basis für alles, betonte Geschwendtner. Ungesichertes Wohnen erhöhe das Risiko von Krankheit, psychischen Problemen oder Gewalt. Die Einrichtungen fordern deshalb leistbaren Wohnraum. Konkret sollen die Wohnkosten nicht mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens ausmachen. Davon wäre man in Salzburg am privaten Markt weit entfernt, sind sich die Vertreter der Sozialeinrichtungen einig.
Sie fordern von der Politik langfristige Planungen, um genügend leistbaren Wohnraum zu gewährleisten. Das sei auch volkswirtschaftlich sinnvoller, betonte Torsten Bichler von der Caritas Salzburg: „Viele Menschen brauchen nur eine Wohnung und ein bisschen Starthilfe.“
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