Der Frust bei den Fans der Eisbullen ist nach dem schwachen Saisonstart verständlich. Was sich gegen Bozen auf den Rängen abspielte, ging aber zu weit: Beleidigende Gesänge gegen das eigene Team und Jubel über Gegentore haben mit Unterstützung nichts zu tun. Eine Kolumne von „Krone“-Sportredakteur Manuel Grill.
Die Stimmung bei den Eisbullen ist nach der 1:4-Heimpleite gegen Bozen wieder am Boden. „Es wird langsam langweilig, wenn man nur mehr Ausreden sucht, jetzt muss etwas passieren“, sagte Mathias Böhm nach der fünften Pleite in der ICE Hockey League. Der 23-Jährige führte weiter aus: „Es fehlt vielleicht etwas der letzte Biss, aber es liegt sicher nicht an fehlendem Einsatz. Jeder kämpft für den anderen.“ Zumindest innerhalb des Teams kann man sich noch aufeinander verlassen. Dafür werden die Bulls von den Fans im Stich gelassen. Diese sind bei den gezeigten Leistungen zu Recht sauer. Es ist auch verständlich, dass sich derzeit viele zweimal überlegen, ob sie sich diese „Show“ für 40 Euro (Sitzplatz) antun wollen.
Unverständlich sind jedoch einige weitere Aktionen. Dass dem Salzburger Publikum eine gewisse Emotionalität fehlt, ist nichts Neues. Dass man nun aber gegen die eigene Mannschaft agiert, geht zu weit. Pro Drittel werden es sichtlich weniger Zuschauer in der Halle, Buhrufe und Pfiffe begleiten die Spieler in die Kabine. Gegen die Südtiroler wurde der eigene Verein mit Gesängen verunglimpft, das Tor zum 4:1 der Bozener wurde im Salzburger Fansektor frenetisch bejubelt – so sieht keine Unterstützung aus!
Das Kellerduell heute (19.30) gegen Vorarlberg findet zum Glück in Feldkirch statt. Nichtsdestotrotz ein Spiel, in dem alles außer drei Punkten einer Bankrotterklärung gleichen würde.
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