Dramatische Zahlen
Mittelmeerrouten: 35.000 Opfer in 12 Jahren
Allein im heurigen Jahr sind bereits 1971 Migranten im Mittelmeer bei dem Versuch, die europäischen Küsten zu erreichen, gestorben oder werden vermisst – das berichtet die Stiftung Fondazione Ismu. In zwölf Jahren soll es mehr als 35.000 Opfer auf den Routen über das Binnenmeer gegeben haben.
Die meisten Unglücke ereigneten sich im zentralen Mittelmeer auf der Route von Libyen nach Italien, geht aus Angaben der italienischen Stiftung Ismus ETS anlässlich des Gedenktags für die Opfer von Migration und Flucht am 3. Oktober hervor. Der Gedenktag erinnert auch an das Schiffsunglück vor Lampedusa im Jahr 2013, bei dem 368 Migranten starben. Die Stiftung beruft sich dabei auf Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM).
Zentrale Mittelmeerroute ist gefährlichste Strecke
Auch 2026 gilt die zentrale Mittelmeerroute als gefährlichste Strecke. Gleichzeitig hat die Zahl der Menschen, die über die westliche Route in Richtung Spanien und der Balearen nach Europa gelangen, in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres – Stand 13. September – entfielen 31 Prozent der im Mittelmeer registrierten Todesfälle auf diese Migrationsroute.
Todeszahlen steigen, Migrantenankünfte gehen zurück
Auf der zentralen Mittelmeerroute hat sich die Zahl der Todesopfer in den ersten vier Monaten des Jahres mehr als verdoppelt, obwohl die Zahl der Ankünfte im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2025 um 46 Prozent zurückging. Mehr als die Hälfte der Opfer – 430 Menschen – wurde allein im Jänner registriert. Dieser Zeitraum fiel mit dem Zyklon „Harry“ zusammen, der Sizilien, Sardinien und Kalabrien traf.
Auch auf der östlichen Mittelmeerroute verdreifachte sich die Zahl der Todesfälle unter Migranten. Grund waren zahlreiche Schiffsunglücke vor der Küste Kretas. Gleichzeitig ging die Zahl der Ankünfte dort deutlich zurück. Die einzige Route mit einem deutlichen Anstieg der Ankünfte in den ersten vier Monaten 2026 war die westliche Mittelmeerroute nach Spanien. Dort stieg die Zahl um 66 Prozent. Auslöser dafür waren mitunter zahlreiche Überquerungen auf dem Landweg in Richtung der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla.

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