Jürgen Klopp war die Erleichterung über den Premierensieg als deutscher Bundestrainer anzusehen. Mit einem souveränen 2:0 gegen Serbien klappte es für die DFB-Auswahl im dritten Auftritt der Nations League mit dem ersten Dreier. „Das kommt in mein Archiv. Damit machen wir jetzt ein Video“, schwärmte Klopp. Der 59-Jährige sah sich auch in seiner Fußball-Philosophie bestätigt. Die Leistung gegen die Serben in München müsse nun die Messlatte für die Nationalmannschaft sein.
„Das ist das, was wir spielen wollen“, bekräftigte Klopp. „Alles“ sei aufgegangen, stellte er fest – und warnte: „Wir wollen jetzt nicht durchdrehen.“ Der deutsche Boulevard sah die „große Klopp-Erlösung“, wie die Bild-Zeitung schrieb. Gefeiert wurde vor allem Florian Wirtz, der das Spiel der Deutschen ankurbelte und auch als Torschütze zum 2:0 in Erscheinung trat.
Klopp will keine Kimmich-Diskussion
Dass mit Tom Bischof ein Ersatzmann des auf der Tribüne sitzenden Joshua Kimmich das 1:0 erzielte, sorgte für zusätzliche Spekulationen. Klopp witterte das brisante Thema. „Das ist so ein schöner Abend“, meinte er – und am Ende werde daraus medial „eine Jo-Kimmich-Geschichte“ gemacht. „Da kann ich leider nicht mitsingen. Ich habe nicht das Gefühl, dass es nur in dieser Konstellation geht. Aber heute hat es in der Konstellation gut funktioniert.“
Eines wollte Klopp dazu klarstellen: Der Auftritt des jungen, zweiten Kaders habe nichts mit der Lage für die Etablierten zu tun. Für Klopp geht es um den Spielstil, nicht um Namen. „Der Fußball muss konstant bleiben, die Aufstellung kann es nicht, weil Spieler sich verletzen. Das passiert ständig im Laufe einer Saison“, betonte er. An Kimmich gäbe es keinen Zweifel.
„Jungs auf Krawall eingestellt“
Gut funktioniert hatte gegen schwache Serben das deutsche Gegenpressing, wie Klopp feststellte. „Heute waren die Jungs auf Krawall eingestellt“, frohlockte er und rühmte die aggressive Spielweise. „Und dadurch war es dieses tolle Spiel.“ Ein weiteres soll am Sonntagabend zum Abschluss des Viererpacks in der Nations League folgen. In Thessaloniki geht es gegen Griechenland und damit um die Revanche für das 0:1 in Augsburg.
In Griechenland um Platz eins
Mit einem Sieg mit mindestens zwei Toren Vorsprung könnte Deutschland den aktuellen Spitzenreiter hinter sich lassen. Verlieren Wirtz und Co. erneut gegen die Griechen, ist Platz eins in der Gruppe 2 der Liga A schon weg. Es liefe auf einen Zweikampf mit den Niederlanden um das zweite Viertelfinalticket hinaus, womöglich im Gruppenfinale am 16. November in Berlin.
In die Zukunft blicken wollte Klopp zu später Stunde aber nicht. „Ich fühle mich heute überragend, weil ich total happy und stolz bin auf das, was die Jungs da hingehauen haben. Und jetzt fahren wir nach Hause, versuchen zu schlafen, fliegen nach Griechenland und versuchen, Fußball zu spielen. Das ist der Plan“, sagte er. Auch am Sonntag dürfen wieder einige Debüts erwartet werden. Gegen Serbien waren es fünf. So trug sich Celtics Mika Baur als 1.000. Nationalspieler in der DFB-Historie ein.
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